In ihrem Bericht kritisiert Khan die Arbeitsweise des BfV in ungewöhnlich deutlicher Sprache und wirft der Behörde vor, durch vage Begriffe und weitreichende Einstufungen die Meinungsfreiheit in Deutschland systematisch zu beschneiden.
Vom Verfassungsschutz zum Meinungspolizisten: UN-Expertin sieht grundlegende Rechtsverletzung
Die Kernkritik der UN-Expertin zielt auf die fehlende gesetzliche Verankerung zentraler Begriffe. Ohne klare Definition kann der Verfassungsschutz politische Äußerungen zum Anlass für Eingriffe nehmen, die weit über strafrechtlich relevante Handlungen hinausgehen. Die Sonderberichterstatterin schreibt wörtlich:
„Die Sonderberichterstatterin ist besorgt, dass vage, übermäßig weite oder undefinierte Begriffe und Politiken die Entscheidungen zur Einschränkung und Unterdrückung der Meinungsfreiheit antreiben. Das Fehlen von Klarheit oder Zweideutigkeit schränkt die Meinungsfreiheit auf eine Weise ein, die mit internationalen Rechtsstandards nicht vereinbar ist.
Zum einen hat der vom BfV verwendete Begriff ‚Extremismus‘ keine gesetzliche Definition, obwohl er die Grundlage für die Einstufungen der Behörde bildet, die tiefgreifende Auswirkungen auf die Rechte betroffener Personen oder Organisationen haben können.
Organisationen oder Einzelpersonen müssen keine kriminellen oder gewalttätigen Aktivitäten ausüben, um eingestuft zu werden. Die Einstufung beruht häufig auf der Prüfung von Äußerungen, die weder gewalttätig noch strafbar sind, sondern lediglich politisch den Ansichten der Regierung widersprechen. Das Risiko einer Voreingenommenheit bei der Einstufung solcher Äußerungen ist daher hoch.“
Nicht die tatsächliche Bedrohung durch Gewalt oder Straftaten steht im Vordergrund, sondern die Abweichung von regierungsamtlichen Positionen. Der Begriff „Extremismus“ wird so zum flexiblen Werkzeug, dessen Anwendung kaum justiziabel ist.
Stigmatisierende Einstufungen: Gerichte erkennen irreparable Schäden an
Die Konsequenzen solcher Einstufungen sind nicht nur symbolisch. Sie ermöglichen Überwachungsmaßnahmen und erzeugen eine dauerhafte gesellschaftliche Ächtung. Khan verweist dabei auch auf die Praxis der Gerichte und zitiert ausdrücklich das Verwaltungsgericht Köln. Im Bericht heißt es weiter:
„Die Regierung hat behauptet, die Tätigkeiten des BfV wirkten sich nicht auf Grundrechte aus und seien auch dann rechtmäßig, wenn Grundrechte betroffen wären. Diese breiten Behauptungen gehen nicht auf die Risiken ungebundener Ermessensausübung ein, wenn ein zentraler Begriff, auf dessen Grundlage das BfV arbeitet – ‚Extremismus‘ – unklar und undefiniert bleibt.
Darüber hinaus hat eine Einstufung als ‚gesichert extremistisch‘ durch das BfV schwerwiegende menschenrechtliche Auswirkungen. Sie kann zu Überwachung führen, die eine Reihe von Rechte, einschließlich der Meinungsfreiheit, beeinträchtigt. Zudem kann die Einstufung durch das BfV eine stigmatisierende Wirkung haben, die vom Verwaltungsgericht Köln als beeinträchtigend für den Ruf und die Handlungsfähigkeit von Einzelpersonen oder Organisationen im öffentlichen Raum anerkannt wurde.“
Diese Passage zeigt, dass selbst deutsche Gerichte die stigmatisierende Wirkung bereits als real und irreparabel eingestuft haben. Die Einstufung wirkt damit wie ein vorweggenommenes Urteil, gegen das sich Betroffene nur schwer zur Wehr setzen können.
Wehrhafte Demokratie unter Beschuss: Gefahr für den pluralistischen Diskurs
Weiter schreibt Khan:
"Die Logik der Überwachungsbefugnisse der Regierung scheint auf dem Konzept der streitbaren Demokratie oder wehrhaften Demokratie als Strategie zur Bekämpfung von Radikalisierung zu beruhen, in der Maßnahmen von demokratischen Staaten eingesetzt werden, um extremistische Ideologien zu bekämpfen, bevor sie zu Gewalt führen. Die Sonderberichterstatterin erkennt die Legitimität des Ziels an, die Demokratie vor autoritären Kräften zu schützen.
Sie ist jedoch besorgt, dass die weite Auslegung dieses Konzepts in Kombination mit vagen rechtlichen Standards zu einer übermäßigen Einschränkung legitimer politischer Meinungsäußerung und Aktivismus führen kann. Insbesondere die Einstufung ganzer politischer Parteien oder Bewegungen als ‚extremistisch‘ durch den Verfassungsschutz, ohne dass eine konkrete Bedrohung durch Gewalt oder strafbare Handlungen vorliegt, birgt das Risiko, dass der Raum für pluralistische demokratische Debatte unzulässig eingeengt wird.“
Der Schutz der Demokratie kann sich selbst ad absurdum führen, wenn er den Raum für legitime Opposition systematisch verengt. Was als präventiver Schutz gedacht war, wird zur potenziellen Waffe gegen politischen Pluralismus.
Politische Instrumentalisierung: Maaßens Appell zur Reform des BfV
Maaßen zieht aus dem UN-Bericht eine klare Schlussfolgerung: Die massiven Vorbehalte der Sonderberichterstatterin lassen nur eine Konsequenz zu. Statt dem Verfassungsschutz weitere Befugnisse zu übertragen, müssten seine Aufgaben klar begrenzt und die Behörde grundlegend reformiert werden. Die aktuelle Praxis, so seine Lesart, laufe auf eine politische Instrumentalisierung hinaus, bei der abweichende Meinungen unter dem Deckmantel des Verfassungsschutzes beobachtet und stigmatisiert werden.


Kommentare
Die Überwachungspraktiken…
Die Überwachungspraktiken des Verfassungsschutzes und die Ausweitung seiner Kompetenzen haben für eine deutliche Rüge der UN-Sonderberichterstatterin für Meinungsfreiheit Irene Khan gesorgt.“ ...
Ja mei, schon im März letzten Jahres hieß es - „Ex-Verfassungsrichter: Deutschland rutscht zum Zweite-Welt-Land ab“ – „Wenn wir jetzt nicht in die Puschen kommen, dann wird das ein dramatisches Ergebnis“!!!!!!! ... https://www.focus.de/politik/briefing/focus-briefing-von-tanit-koch-ex-verfassungsrichter-deutschland-rutscht-zum-zweite-welt-land-ab_id_260758769.html
Und unter diesem https://schurken.fandom.com/de/wiki/B%C3%B6ser_Friederich kam es auch m. E. noch sehr viel schlimmer!!!!!!!
Allerdings bin ich mir sicher: Die Alternative steht längst in den Startlöchern!!!
Es geschehen noch Zeichen…
Es geschehen noch Zeichen und Wunder! Daß soetwas ausgerechnet von einer UN-Sonderberichterstatterin kommt, ist ein Lichtblick!
Schon oft wurde angeprangert, daß vage Begriffe wie "extremistisch", "rechtsextrem", "populistisch", "rassistisch", "ausländerfeindlich" oder "demokratiegefährdend" von Mainstream-Medien und -Politikern nach Belieben für ihre Agenden mißbraucht werden.
Aus der gleichen Richtung wird m.E. auch der Begriff "links" mißbraucht, um davon abzulenken, daß es dabei nicht um wirkliche linke Ideologie geht, sondern meistens darum, unser Land im Auftrag einer böswilligen Fremdherrschaft zu destabilisieren und/oder die AfD zu bekämpfen.
Traurig genug, daß unsere(?) Demokratie vor dem Verfassungsschutz geschützt werden muß ...!
Das Volk wird von verfassungsfeindlichen Strukturen angegriffen!
Eigentlich sollte der Verfassungsschutz unsere Verfassung vor Angriffen schützen. Das bedeutet, dass wir als Volk und Bürger gegen Angriffe jeglicher Art auf unsere Bürgerrechte geschützt werden sollten! Das gilt vor allem auch vor Angriffen von der eigenen Regierung! Aber weder das Verfassungsgericht noch der Verfassungsschutz schützen uns Bürger, sondern sie sind inzwischen Mittäter und Erfüllungsgehilfen der politischen Führungsriege! Sie helfen dabei mit, unsere Freiheit und unsere Rechte zu beschneiden, damit die politische Führung unsere Demokratie abbauen und abschaffen kann! Hier wird Machtmissbrauch gegen die Bürger betrieben und sollte in einem funktionierenden Rechtsstaat bestraft werden!
Das wird auch eines Tages geschehen und dann werden die Mittäter wieder sagen, wir haben „nur“ Befehle ausgeführt!
Jeden Tag werden in…
Jeden Tag werden in Deutschland Menschen von Migranten abgestochen, Sie werden aber nicht bestraft, sondern jedes mal für verrückt erklärt. Die Regierung aber hat nichts besseres zu tun, als den Bürgern, die wo die Wahrheit sagen mit irgendeinem Verfassungsschutz zu drohen.
Verfassungsschutz
Nett von der Frau Khan, dass sie mal den Verfassungsschutz in Deutschland ins Visier nimmt. Es wird aber nichts bringen, solange der VS wie auch die Staatsanwaltschaften in den Ländern sowie im Bund weisungsgebunden sind. So lange die Innenminister - abschreckendstes Beispiel die Faeser - vorschreiben, wer überwacht und welches Erhebnis vorzulegen ist (nennt man auch Gefälligkeitsgutachten), wird das nix mehr. Und selbst wenn Deutschland beide Institutionen nicht mehr am kurzen Zügel führen würde, droht im Hintergrund immer noch die EU. Und Zensur-Ursula wird NIEMALS locker lassen!
Man sollte das aber zuende…
Man sollte das aber zuende denken! Im Hintergrund noch hinter vdL stehen die deutschfeindlichen US-Globalisten. Und vdL samt den anderen gekauften und/oder erpreßten EU-Abnickern führen nur deren Anweisungen aus.
Dies nicht nur zum Schaden von Deutschland sondern von der ganzen EU ...
Nun ja, .....
Nun ja, die UN kritisiert wieder mal ein bisschen - diesmal Deutschland bzw. die BRD - und alles bleibt so wie es ist. Denn außer an untragbaren Zustände - wo auch immer - Kritik zu üben, passiert doch von UN-Seiten nichts. Oder hat sich etwa an den grausamen Verbrechen, die die Israelis am palästinensischen Volk begehen - vom Baby bis zum Greis - nach der erfolgten UN-Kritik etwas geändert? Wurden diese Verbrechen eingestellt oder gar bestraft z. B. durch Sanktionen für Israel? Nichts dergleichen! Und genauso wird es mit unserer Überwachung auch weiter geschehen, die schlimmer ist und noch schlimmer sein wird als diese jemals von der Stasi begangen wurde. Denn die heutige Technik macht es möglich.
Ich fühle mich schon lange wie damals in der DDR.
Heute ist es aber noch schlimmer als damals. Das ist nicht die Freiheit, die wir Ossis wollten.
# Zeit für was neues ...
Verfassungsschutz? Wo bleibt…
Verfassungsschutz? Wo bleibt die Verfassung? Als Kolonie bleibt uns nur ein kümmerliches Grundgesetz, geschrieben und diktiert vom Besatzer. Das 81. Jahr...
Süffig
Was bringts, wenn die UN schon beinahe die Bärbock als "Anführerin" zulassen? Was soll ich dann von der (berechtigten) Kritik an D halten, von solch einer UN?
Das ist alles nur noch EIN Sumpf. Nur wenn D komplett blau regiert wird und damit seine Souveränität zurück erhält, wird sich Schritt für Schritt was ändern.
Wenn nicht, dann wird die Welt in ein links-siefiges Chaos abdriften... so krank links, dass es selbst die Linken später nicht mehr wollen werden.
https://www.freiewelt.net/de/artikel/redaktion-mk/konflikte/es-i
nach NSU dachte man, es ist eine gute Idee das BfV unter den Innenminister zu stellen (Schäuble). Das ausgerechnet die SPD den Verfassungsschutz zur Totalüberwachung anders Denkenden machen würde, ist befremdlich. Später wird man sagen, der Präsident des BfV war schwach. Nein, die Weisungsgebundenheit zeigt, wer nicht funktioniert - geht (BSI).
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