Könnte das der rettende Präzedenzfall sein?

Unerträgliches Brummen: Gemeinde muss 10 Millionen Euro teures Windrad abreißen

Nicht einmal drei Jahre ist es alt, jetzt soll das Windrad wieder verschwinden. Zehn Millionen Euro hat das Projekt gekostet. Die Anlage in Oberwiera gilt als höchstes Windrad Sachsens und sollte rund 5000 Haushalte versorgen. Stattdessen verbreitete es ein unerträgliches Brummen für die Anwohner. Mitten im Juli soll der Rückbau beginnen.

Könnte das der rettende Präzedenzfall sein?


Anwohner berichten seit der Inbetriebnahme 2023 von tiefen, anhaltenden Brummgeräuschen. Eine Bewohnerin, deren Haus genau im gesetzlich vorgeschriebenen Abstand von 1000 Metern steht, beschreibt die Töne als unerträglich. Sie dringen selbst ins Obergeschoss, wenn alle Fenster geschlossen sind, und rauben den Schlaf. Der Bürgermeister machte sich selbst ein Bild: Bei einem nächtlichen Spaziergang durch den stillen Ort nahm er die Geräusche deutlich wahr. Sie erinnerten ihn an eine Flugzeugturbine, die noch läuft, lange nachdem das Flugzeug bereits gelandet ist.

Aufwendige Reparaturen und Nachtabschaltungen – alles ohne Wirkung

Der Betreiber reagierte auf die Beschwerden. Die Anlage wurde nachts heruntergefahren. Das Getriebe wurde mit großem Aufwand per Kran ausgetauscht. Trotz dieser Eingriffe blieb der tiefe Brummton bestehen. Der Hersteller führt die Probleme auf eine einmalige Kombination aus den örtlichen Gegebenheiten und den technischen Besonderheiten der Anlage zurück. Die Maßnahmen halfen nicht.

Der aufwendige Abriss und die Frage nach dem Zahler

Der Rückbau gilt als logistisch anspruchsvoll. Die 81 Meter langen Rotorblätter erfordern Straßensperrungen und sorgfältige Planung. Wer die Kosten trägt, ist noch nicht endgültig geklärt. Der verantwortliche Unternehmer hat jedoch klargestellt, dass der Steuerzahler nicht zur Kasse gebeten werden soll. Ursprünglich war sogar ein zweites baugleiches Windrad im Ort vorgesehen. Nach den Erfahrungen mit dem ersten fehlt dafür inzwischen die politische Mehrheit.

Ein Präzedenzfall, der anderen Gemeinden den Weg weisen könnte

Nach Einschätzung des Bundesverbands Windenergie handelt es sich um einen bisher einmaligen Vorgang: Noch nie musste eine Windkraftanlage allein wegen Lärmbelastung zurückgebaut werden. Dieser Fall könnte daher Maßstäbe setzen. Er zeigt, dass selbst die Einhaltung aller gesetzlichen Mindestabstände keine Garantie gegen erhebliche Belästigungen darstellt. Betroffene Anwohner in anderen Regionen erhalten damit möglicherweise ein starkes Argument, um ähnliche Probleme nicht länger hinnehmen zu müssen. 

Die Frage bleibt, ob künftige Projekte so geplant werden, dass die tatsächliche Lebensqualität der Menschen stärker in den Mittelpunkt gerückt wird.

Sachsens Windenergie: Ein unterdurchschnittlicher Beitrag mit neuem Fragezeichen

Im bundesweiten Vergleich spielt die Windkraft in Sachsen ohnehin eine untergeordnete Rolle. 2025 gingen im Freistaat 13 neue Anlagen ans Netz. Der aktuelle Fall in Oberwiera könnte die ohnehin zurückhaltende Akzeptanz weiter beeinflussen. Er zwingt dazu, genauer hinzuschauen: Wie werden Standorte wirklich ausgewählt? Wie wird mit Beschwerden umgegangen, wenn technische Nachbesserungen versagen? Und vor allem: Welche Konsequenzen ziehen Betreiber und Behörden, wenn eine Anlage die Lebensqualität der Anwohner dauerhaft beeinträchtigt?

Dieser eine Abriss könnte mehr bewirken als viele Berichte über Akzeptanzprobleme. Er stellt die Praxis auf den Prüfstand und könnte jenen Gemeinden Rückenwind geben, die bislang gegen ähnliche Belastungen wenig ausrichten konnten. Ob daraus ein echter Wendepunkt entsteht, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.

Sven von Storch

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Kommentare

Aus diesem "Präzedenzfall" können nicht nur bereits geschädigte, sondern auch potentielle weitere Gemeinden viel lernen!

Wird doch der problematische und teure Rückbau dieses Windrades zum warnenden Beispiel für alle durch die Bauernfänger der Windradlobby gefährdeten Gemeinden.

Und wenn die bereits stehenden Windräder dann in 10 bis 20 Jahren schrottreif werden, könnte die Windrad-Rückbau-Industrie sogar zum Konjunkturmotor werden - allerdings ebenso volkswirtschaftlich unproduktiv, wie die Rüstungsindustrie. 

Dazu fällt mir nur ein: Gedankenlose Politik nicht zum Wohle der Menschen. Nicht lange genug  geprüfte Arzneimittel und vergiftete Lebensmittel werden zugelassen, Plastik, wohin das Auge reicht, obwohl es nicht entsorgt werden kann, aber bei Atomstrom haben die Kommunisten die halbe Welt verrückt gemacht.

So ist es! Aber unsere(?) Anti-Atomkraftbewegung wurde wohl vor allem von denen angeheizt, die Deutschland schon immer schwächen wollten. Und das waren die US-Globalisten und nicht die Kommunisten.

In kommunistischen Ländern war das nie ein Thema (nichteinmal nach Tschernobyl).

Wenn ich aus einem Windpark oder mehreren die Energie für eine Stadt gewinne, dann soll mir niemand sagen, dass dadurch nicht das Mikro- oder sogar das Gesamtklima beeinflusst wird.

Es wurde allerdings festgestellt, daß durch die Windparks in der Nordsee, die kalten Luftströme welche vom Nordatlantik kommen behindert werden und es somit auf dem europäischen Festland zu Erwärmungen kommt.

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