Die neuesten Zahlen markieren ein Anstieg um mehr als 11.000 Fälle gegenüber Ende Mai 2025, als die Zahl noch bei 226.375 lag. Diese Entwicklung steht in deutlichem Kontrast zu den jüngsten Aussagen von Bundeskanzler Friedrich Merz, der die Migrationskrise für „weitestgehend“ oder „in großen Teilen“ gelöst erklärt.
In welcher Welt lebt Merz? Optimistische Bilanz aus dem Kanzleramt
Friedrich Merz hat in den vergangenen Wochen mehrfach eine positive Zwischenbilanz der Migrationspolitik gezogen. Bei der Klausurtagung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion betonte er, die Zahlen der Asylanträge seien so klar und deutlich zurückgegangen, dass man davon sprechen könne, große Teile des Problems gelöst zu haben. Die Regierung habe die Wende in der Migrationspolitik schnell eingeleitet, und die Maßnahmen zeigten Wirkung. Auch Bundesinnenminister Alexander Dobrindt sprach von einer „Migrationswende auf allen Ebenen“ und formulierte pointiert: „Wir haben aus einer Migrationswelle die Migrationswende gemacht.“
Tatsächlich sind die Erstanträge auf Asyl gesunken. Im März 2026 wurden beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) 6981 Erstanträge gestellt – rund 2000 weniger als im März des Vorjahres. Diese Rückgänge werden von der Bundesregierung als Erfolg gewertet und dienen als Grundlage für die Einschätzung, dass die akute Krise weitgehend bewältigt sei.
Stetiger Anstieg bei den Ausreisepflichtigen
Doch ein Blick auf die Bestandszahlen zeichnet ein anderes Bild. Die Zahl der ausreisepflichtigen Personen steigt seit dem Sommer 2025 kontinuierlich an. Waren die Werte im Sommer noch relativ stabil, setzte ab dem Herbst ein klarer Aufwärtstrend ein. Besonders zum Jahreswechsel fiel der Zuwachs ins Auge: Von 229.906 Personen Ende November 2025 stieg die Zahl bis Ende Januar 2026 auf 234.828. Ende Februar 2026 wurden bereits 235.485 ausreisepflichtige Personen registriert, einen Monat später waren es 237.588.
Parallel dazu bleibt die Zahl der Personen ohne Duldung – also jener, die unmittelbar zur Ausreise verpflichtet sind – relativ konstant hoch. Ende März 2026 lag sie bei 41.346, ein Wert, der sich in etwa auf dem Niveau des Vorjahres bewegt. Zwar sank die Zahl zwischenzeitlich unter 40.000, doch zum Jahreswechsel stieg sie wieder an.
Grenzkontrollen bleiben trotz "gelöster" Migrationskrise
Noch im Februar hatte das Innenministerium die systematischen Polizeikontrollen an den deutschen Grenzen bis September verlängert. Zur Begründung hieß es, in den Kommunen gebe es weiterhin eine Überforderung. Man müsse die Maßnahmen fortsetzen, „damit wir zu einer Situation kommen, die für unser Land und für unsere Gesellschaft tragbar ist“. Diese Verlängerung der Kontrollen wirkt wie ein stilles Eingeständnis, dass die Lage trotz rückläufiger Asylanträge keineswegs entspannt ist.
Deutschland hat ein Abschiebungsproblem
Während in anderen Ländern geflüchtete Syrer in größerer Zahl in ihre Heimat zurückkehren, bleibt der Rückstrom in Deutschland vergleichsweise gering. Ein wesentlicher Grund dafür liegt in den hohen Sozialleistungen, die hierzulande Familien mit vielen Kindern gewährt werden – ein Anreiz, der in dieser Form international kaum vergleichbar ist. Die anhaltend hohe Zahl ausreisepflichtiger Personen zeigt, dass der eigentliche Test der Migrationspolitik nicht nur in der Reduzierung neuer Zugänge liegt, sondern vor allem in der konsequenten Durchsetzung von Ausreisen.
Weiterhin ungelöste Belastung für Kommunen und Gesellschaft
Die steigende Zahl ausreisepflichtiger Personen bedeutet eine fortlaufende Belastung für Kommunen, Sozialsysteme und Sicherheitsbehörden. Solange hunderttausende Menschen im Land bleiben, obwohl sie ausreisepflichtig sind, bleibt die Frage offen, ob von einer wirklich tragfähigen Lösung gesprochen werden kann. Der Rückgang bei den Neuanträgen ist zweifellos ein Fortschritt. Doch er verdeckt nicht die Realität eines großen Bestands an Personen, deren Bleibeperspektive formal nicht gegeben ist.
Die aktuelle Debatte zeigt einen klassischen Gegensatz: Auf der einen Seite die politische Bewertung sinkender Zugangszahlen als Zeichen der Wende, auf der anderen Seite die harten Bestandszahlen, die auf eine weiterhin ungelöste Herausforderung bei Rückführungen und Integration hinweisen. Ob die Migrationskrise tatsächlich „weitestgehend gelöst“ ist, wird sich nicht allein an den monatlichen Asylanträgen messen lassen, sondern daran, wie konsequent der bestehende Rückstau abgebaut wird.


Kommentare
Der wunde Punkt liegt in den…
Der wunde Punkt liegt in den hohen Sozialleistungen (nicht nur - aber vor allem) für Familien mit vielen Kindern.
Wo auf der Welt gibt es noch ein Land, das ähnliche Anreize für Immigranten bietet und sich dadurch sehenden Auges selbst ruiniert?
Deutschland braucht eine unabhängige Regierung, die den Mut hat, diverse Migrationspakte aufzukündigen. Wenn die "Anreize" wegfallen, erledigt sich das Problem der Abschiebungen von alleine.
Wann werden die Wähler unserer(?) fremdgelenkten "Altparteien" das endlich kapieren?
Die Regierung Merz schiebt…
Die Regierung Merz schiebt absolut nicht ab, sondern bürgert alle ein.
CDU=Lügen!
Wer deutschen Politmaden etwas glaubt, dem ist nicht mehr zu helfen. ALLE, wirklich ausnahmslos alle deutschen Politiker LÜGEN, wenn sie den Mund aufmachen.
... „Zum Stichtag 31. März…
... „Zum Stichtag 31. März 2026 waren 237.588 Menschen vollziehbar ausreisepflichtig - ein deutlicher Kontrast zur schönen neuen Migrationsrealität, die Merz erkennen will.“ ...
Ja mei: https://www.youtube.com/shorts/N390jKT-OIg
Merz
Na gut, wenn der Fritze das so sieht. Er hält sich ja auch für einen sehr guten Bundeskanzler. Man sollte eh Menschen mit Wahnvorstellungen möglichst nicht widersprechen!
Nur 237 000? Am 6. Januar…
Nur 237 000? Am 6. Januar 2015 war in der "Jungen Freiheit" folgendes zu lesen: "„In Deutschland halten sich aktuell mehr als 600.000 Ausländer auf, deren Asylantrag abgelehnt wurde oder deren Flüchtlingsschutz abgelaufen ist. Das geht aus der Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage des Bundestagsvizepräsidenten Johannes Singhammer (CSU) hervor." Also bevor Merkel im Herbst des gleichen Jahres die Grenzen offen ließ, und die Völkerwanderung begann. Wo sind die 600 000 geblieben? Wollen die uns erzählen, die wären alle freiwillig ausgereist? Sind die alle in der Neumasse, ab Herbst 2015, verloren gegangen? Bekamen die, mit einem Federstrich, eine "Duldung auf Lebenszeit"? Oder haben sie die alle mit einem dt. Pass versorgt? Wie glaubwürdig sind die Angaben der letzten 10 Jahre überhaupt? Liebe AfD, hakt da mal nach. Die Antwort würde wohl nicht nur mich interessieren.
TRUMP sagt in diesem Punkt…
TRUMP sagt in diesem Punkt die Wahrheit: MERZ HAT KEINE AHNUNG WOVON DER SPRICHT. MERZ ist eben nur ein "Quatschkopf" und Dobrindt malt auch nur rosarote Bilder von seiner Asylpolitik, während immer mehr Asylanten "ausreisepflichtig" werden. Wie ich bereits berichtet, werden seit 1 Jahr immer mehr neue Wohncontainer für Asylanten im südlichen Rheinland gekauft und aufgestellt, während MERZ und Dobrindt "quatschen, dass die Zahlen immer mehr nach unten gehen.....Da wird gelogen, dass sich die Balken biegen....
Es interessiert wirklich…
Es interessiert wirklich niemanden mehr, ob Ftz*'Fritz irgendetwas für gelöst hält oder nicht!
Das einzige was noch interessiert ist, wann der unbeliebteste Bundeskanzler aller Zeiten endlich weg ist.
Asyl
Ueber den zeitlichen Ablauf von Asyl kann man debattieren und sich einigen.
Ist der Asylzeitpunkt abgelaufen muss es entweder eine Arbeitsaufnahme die den Lebensunterhalt sichert geben, oder eine Ausreise.
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