Eskalation trotz US-Iran-Abkommen

Waffenstillstand gebrochen: USA und Israel greifen iranische Raffinerie auf Lavan-Insel an

Die USA und Israel haben das jüngst vereinbarte Waffenstillstandsabkommen mit dem Iran gebrochen. Das berichtet der iranische Fernsehsender Press TV. Demnach wurde eine Ölraffinerie auf der Insel Lavan im Süden Irans angegriffen – nur Stunden nachdem ein zweiwöchiges Waffenstillstandsabkommen in Kraft getreten war.

Angriff auf Raffinerie auf der Lavan-Insel verschärft Spannungen trotz Waffenstillstand mit dem Iran


Angriff trotz vereinbarter Waffenruhe

Der Angriff erfolgte trotz der Ankündigung einer zweiwöchigen Waffenruhe, die unter Vermittlung Pakistans zwischen den USA und dem Iran vereinbart worden war. Präsident Donald Trump hatte den Waffenstillstand am 7. April 2026 bestätigt. Er betonte, dass dieser „doppelseitig“ sei und an die vollständige Öffnung der Straße von Hormuz durch den Iran geknüpft sei. Dennoch meldeten iranische Quellen unmittelbar danach neue Angriffe auf Öl- und Gasinfrastruktur.

Amina Khan, Direktorin des Zentrums für die Erforschung Afghanistans, des Nahen Ostens und Afrikas, wies darauf hin, dass Israel wiederholt Schritte zur Deeskalation sabotiere. „Israel hat immer wieder gezeigt, dass es die Hauptquelle und die Hauptursache für Destabilisierung in der Region ist. Immer wieder haben wir gesehen, wie es jeden Schritt zur Deeskalation sabotiert“, so Khan.
Der iranische Staatssender Press TV sprach explizit von einem Bruch der Waffenruhe durch die USA und Israel. Im Gegenzug kündigte der Iran an, die Öl- und Gasinfrastruktur von Kuwait, Bahrain, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi-Arabien ins Visier zu nehmen. Tatsächlich berichteten Golfstaaten kurz darauf von iranischen Raketen- und Drohnenangriffen trotz der vereinbarten Waffenruhe.

Schwäche der USA im Konflikt mit dem Iran

Der israelische Fernsehsender N12 bewertete die Entwicklungen als Beleg für die Schwäche der USA im Konflikt mit dem Iran. Washington habe den iranischen Angriff nicht eindämmen können, die Golfstaaten nicht vollständig schützen und kein entscheidendes strategisches Ergebnis gegen Teheran erzielen können, hieß es in der Berichterstattung.

Der russische Sicherheitspolitiker Dmitri Medwedew kommentierte die Lage mit den Worten, der Iran habe seine „Atomwaffe“ namens Straße von Hormuz getestet. Deren Potenzial sei unerschöpflich, verglich Medwedew die mögliche Schließung der strategisch wichtigen Wasserstraße mit der Wirkung einer Atomwaffe auf globale Prozesse.

Internationale Medien zur zweiwöchigen Waffenruhe

Internationale Medien analysierten die zweiwöchige Waffenruhe unterschiedlich. Die Washington Post berichtete, es gebe keine Garantie für ein Abkommen in den nächsten zwei Wochen, Trump suche jedoch einen Ausweg wegen steigender Benzinpreise und sinkender Umfragewerte vor den Midterm-Wahlen. Time sprach von einer Zwickmühle für das Weiße Haus. Bloomberg bewertete den Waffenstillstand als Lösung eines Problems, das Trump selbst geschaffen habe, und sah in der gesamten Auseinandersetzung ein strategisches Versagen der USA, das Russland und China stärke.

Weitere Stimmen: Der Daily Telegraph hob hervor, dass iranische Diplomaten bei den Verhandlungen am Freitag neue Karten hätten. Die BBC betonte die gestärkte Position Teherans bei der Kontrolle der Straße von Hormuz. Sky News sprach von einer „vollständigen Kapitulation“ Trumps, Le Figaro von schwierigen Verhandlungen wegen weitgehend unvereinbarer Positionen. Der Indian Express führte den taktischen Rückzug auf innenpolitische Notwendigkeiten der Republikaner zurück.

Erklärungen von Trump und die Verhandlungen

Trump selbst erklärte, die USA würden Verhandlungen mit dem Iran über die Aufhebung von Zöllen und Sanktionen führen. Viele der 15 Punkte des US-Plans seien bereits vereinbart. Der Iran verpflichte sich, kein Uran anzureichern. Die USA wollten gemeinsam mit Teheran nuklearen Brennstoff aus dem Boden holen und abtransportieren. Zudem drohte Trump Ländern, die Waffen an den Iran liefern, ab dem 8. April mit 50-prozentigen Zöllen. Washington gehe von einem „produktiven Machtwechsel“ im Iran aus.

Verhandlungen sollen am Freitag in Pakistan beginnen. Die weitere Entwicklung wird zeigen, ob der fragile Waffenstillstand hält oder ob neue Eskalationen folgen.

Sven von Storch

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Kommentare

Ekkehardt Fritz Beyer

08.04.2026 | 18:17

... „Die USA und Israel haben das jüngst vereinbarte Waffenstillstandsabkommen mit dem Iran gebrochen. Das berichtet der iranische Fernsehsender Press TV. Demnach wurde eine Ölraffinerie auf der Insel Lavan im Süden Irans angegriffen – nur Stunden nachdem ein zweiwöchiges Waffenstillstandsabkommen in Kraft getreten war.“  ...

In Bibis Auftrag, damit sein Donald den Friedennobelpreis doch noch erhält??? https://www.youtube.com/watch?v=gSD9oYvy6U8 

Traut den Westen nicht-nie.Verlogen,verraten,verkauft.Menschen unterster Schublade haben einen Namen:Der WESTEN.

facherfahrener

09.04.2026 | 08:59

berichtet genau andersrum - die Österreicher gehen unter. Totale Überwachung. Schicken sie uns

erneut einen "Gast"??

Hans-Peter Klein

09.04.2026 | 09:02

Mir fällt auf das bei allen Kriegsparteien:
USA  , Israel ,  Iran
die jeweils politische Führung von einer Art religiösem Wahn befallen zu sein 
scheint. Jedenfalls spielt deren jeweilige religiöse Grundhaltung eine nicht unwichtige Rolle und hat einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf ihr politisches Wirken.

Da trifft evangelikales Sendungsbewusstsein in gods own country auf den Geist eines auserwählten Volkes und beide bekämpen gemeinsam die religiöse Führung einer weiteren politischen Großreligion, die sich mit ebenfalls sehr eigenen Methoden immer mehr weltweit ausbreitet, aus eigener Beobachtung u.a. aus innen heraus, ein Blick in die Klassenzimmer der nächsten Generation genügt.   ...

Vielleicht erklärt das den Radikalismus, Fundamentalismus und die Bereitschaft bis zum letzten Schritt inkl. Auslöschung, Unterwanderung, Zersetzung, Unkenntlichmachung   des Gegners zu gehen. 
Die Möglichkeit religiös motivierten Wahns würde ich jedenfalls bei keiner dieser Drei Parteien und ihrer Protagonisten gänzlich ausschließen.

Wohlwissend das die reine Ideologie eines polititischen Materialismus mit ebenfalls weltweitem Geltungsanspruch bisher auch keine sichtbar besseren Ergebnisse hervor gebracht hat.

Alle 4 setzten und setzen Gewalt zur Durchsetzung ihrer Machtansprüche skrupellos ein und indoktrinieren ihre jeweils Gläubigen von Geburt an mit den Methoden der Gehirnwäsche und Propaganda,  seit Jahrtausenden, seit Jahrhunderten bis hinein in die Gegenwart.

Da bleibe ich lieber bei meinem bescheidenen ev. naiven christlichen Volksglauben.
Lieber Gott, schick Hirn vom Himmel und lass uns alle wieder vertragen.
Den Rest sehen wir dann. Kannn alles nur besser werden.
Verzeih mir bitte nebenbei meine Sünden. Mach ich nie wieder.
Amen.
Man sieht sich.

Ich wünsche allen Mitmenschen einen schönen, selbstwirksamen Tag.
MfG, HPK

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