Trumps Absturz in den Umfragen

Wirtschaftssorgen und Iran-Krieg drücken den US-Präsidenten auf einen historischen Tiefstand

Donald Trump erlebt einen bemerkenswerten Einbruch seiner Zustimmungswerte. Laut aktuellen Umfragen liegt seine Netto-Zustimmung inzwischen bei -24 Punkten – der schlechteste Wert eines US-Präsidenten seit Beginn der Erhebungen im Jahr 2009. 

Donald Trump unter Druck vor den Zwischenwahlen


Besonders die wirtschaftliche Lage und die Folgen des Iran-Krieges belasten den Präsidenten und sorgen für wachsende Nervosität bei den Republikanern vor den Zwischenwahlen im November.

496 Tage nach Beginn seiner Amtszeit befindet sich Donald Trump in einer politisch schwierigen Lage. Nach aktuellen Daten von YouGov und Analysen des Economist stimmen nur noch 34 Prozent der Amerikaner seiner Amtsführung zu. 58 Prozent lehnen sie ab, 6 Prozent sind unentschlossen.

Damit erreicht Trump den niedrigsten Zustimmungswert eines Präsidenten seit Beginn dieser regelmäßigen Umfragen vor mehr als anderthalb Jahrzehnten.

Wirtschaft wird zum größten Problem

Während der Konflikt mit dem Iran die Außenpolitik des Präsidenten belastet, sehen Beobachter die eigentliche Gefahr an einer anderen Stelle: in der Wirtschaft.

Die Netto-Zustimmung für Trumps Umgang mit Inflation und Preisen liegt inzwischen bei -43 Punkten – dem schlechtesten Wert seiner gesamten bisherigen Amtszeit. Gleichzeitig bewerten rund drei Viertel der Amerikaner die wirtschaftliche Lage als „durchschnittlich“ oder „schlecht“. 63 Prozent sind sogar der Ansicht, dass sich die Situation weiter verschlechtert.

Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung bei den Kraftstoffpreisen. Vor Beginn des Iran-Krieges kostete eine Gallone Benzin durchschnittlich weniger als 3 Dollar. Mittlerweile liegt der Preis bei 4,48 Dollar.

Finanzminister Scott Bessent versuchte zuletzt zu beruhigen und versprach, dass „Hilfe unterwegs“ sei. Viele Amerikaner reagieren jedoch zunehmend skeptisch auf die wechselnden Aussagen der Regierung zur Entwicklung des Konflikts im Nahen Osten.

Alarmzeichen für die Republikaner

Die schlechten Umfragewerte könnten erhebliche politische Folgen haben. Das Prognosemodell des Economist sieht derzeit eine Wahrscheinlichkeit von rund 90 Prozent, dass die Demokraten bei den Zwischenwahlen im November die Kontrolle über das Repräsentantenhaus zurückgewinnen.

Im Senat gilt die Lage dagegen weiterhin als offen.

Für viele republikanische Kandidaten entwickelt sich die Situation damit zu einem politischen Dilemma. Einerseits bleibt Trumps Unterstützung innerhalb der Partei von enormer Bedeutung. Andererseits könnte seine zunehmende Unbeliebtheit bei unabhängigen Wählern zum Problem werden.

Trump dominiert weiterhin die Partei

Trotz seiner sinkenden Zustimmungswerte behält Trump innerhalb der Republikanischen Partei großen Einfluss.

Mehrere Kandidaten, die seine Unterstützung erhielten, konnten sich in den Vorwahlen deutlich durchsetzen. So gewann der texanische Generalstaatsanwalt Ken Paxton die republikanische Nominierung für einen Senatssitz gegen einen langjährigen Amtsinhaber.

Politiker, die sich offen gegen Trump gestellt hatten, mussten dagegen teilweise schwere Niederlagen hinnehmen. Dazu gehören unter anderem der Senator Bill Cassidy aus Louisiana sowie der Kongressabgeordnete Thomas Massie aus Kentucky.

Die Loyalität zum Präsidenten kann somit weiterhin den Erfolg in parteiinternen Vorwahlen sichern. Ob sie jedoch auch bei den eigentlichen Wahlen genügt, bleibt angesichts der aktuellen Umfragewerte offen.

Selbst in Trump-Staaten wächst die Unzufriedenheit

Besonders bemerkenswert ist eine weitere Entwicklung der aktuellen Auswertungen.

Zwar bleibt die Zustimmung in traditionell republikanischen Bundesstaaten deutlich höher als in demokratisch geprägten Regionen. Die Daten zeigen jedoch, dass die Unzufriedenheit inzwischen auch in zahlreichen Staaten zunimmt, die Trump bei der Präsidentschaftswahl 2024 gewonnen hatte.

Damit geraten mehrere wichtige Wahlkreise in den Fokus der Strategen beider Parteien.

Bildung, Alter und Herkunft prägen das Bild

Wie bereits in früheren Wahlkämpfen zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen.

Weiße und männliche Wähler gehören weiterhin zu den Gruppen mit der höchsten Zustimmung für Trump. Besonders kritisch äußern sich dagegen jüngere Amerikaner, ethnische Minderheiten sowie Wähler mit Hochschulabschluss.

Überraschend zurückhaltend zeigt sich inzwischen auch ein Teil der älteren Wähler. Gerade Menschen im Rentenalter galten lange Zeit als eine der verlässlichsten republikanischen Wählergruppen.

Die Zwischenwahlen rücken näher

Die politische Geschichte wird oft von Ereignissen geprägt, die Politiker nur begrenzt kontrollieren können. Während Trumps erste Amtszeit stark von der Corona-Pandemie beeinflusst wurde, bestimmen heute Inflation, Energiepreise und internationale Konflikte die öffentliche Debatte.

Für die Republikaner werden die kommenden Monate deshalb zu einer entscheidenden Bewährungsprobe. Sollte sich die wirtschaftliche Lage nicht spürbar verbessern, könnten die Zwischenwahlen im November zu einem ernsten Warnsignal für das Weiße Haus werden.

Noch kontrollieren die Republikaner große Teile der politischen Agenda in Washington. Doch die aktuellen Umfragen zeigen: Die Stimmung im Land hat sich deutlich eingetrübt – und die Zeit bis zum Wahltag wird knapp.

Sven von Storch

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Kommentare

Anfangs dachte man mit ihm wird es besser, aber es hat sich herausgestellt, dass man es mit einem Haudrauf, ohne zu überlegen zu tun hat. Vor den deutschen Parteien, die aussagen sie hätten die gleiche Werte wie er, möchte ich die Wähler scharf warnen.

Snakeoilsalesman

01.06.2026 | 16:37

Sieht so aus, als hätten die Iraner dem Hütchenspieler in Washington mal wieder kräftig in den Halz geschissen!

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