Angriff auf einen Staat gilt künftig als Angriff auf alle drei Länder

Türkei, Saudi-Arabien und Pakistan schließen Verteidigungspakt in Mekka

"Mecca Joint Defence Agreement": Das reiche Saudi-Arabien, der NATO-Staat Türkei und die Atommacht Pakistan haben nun ihr eigenes Verteidigungsbündnis gegründet. Sie wollen eine gemeinsame militärische Abschreckung aufbauen.

Unterzeichnung des Abkommens


Am Freitag haben die Staats- und Regierungschefs der Türkei, Saudi-Arabiens und Pakistans in der heiligen Stadt Mekka ein gemeinsames Verteidigungsabkommen unterzeichnet. Es sieht vor, dass ein bewaffneter Angriff auf eines der Länder als Angriff auf alle drei gewertet wird. Der Pakt soll die kollektive Abschreckung stärken und die militärische Zusammenarbeit vertiefen.

Screenshot YouTube – Türkiye Saudi Arabia and Pakistan sign Mecca joint Defence – TRT World – 2026-08-11

Historischer Schritt in Mekka: Neues Verteidigungsbündnis dreier islamischer Mächte

Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman empfing den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan und den pakistanischen Premierminister Shehbaz Sharif im Al-Safa-Palast. Dort unterzeichneten die drei Politiker das "Mecca Joint Defence Agreement". In einer gemeinsamen Erklärung betonten sie die historischen Bindungen, die islamische Solidarität und die gemeinsamen strategischen Interessen. Das Abkommen zielt darauf ab, die kollektive Sicherheit zu festigen und Frieden sowie Stabilität in der Region zu fördern.

Kollektive Verteidigung als Kern: Angriff auf einen ist Angriff auf alle

Zentrale Klausel des Vertrags ist die Regelung, dass jeder bewaffnete Angriff gegen einen der drei Staaten als Angriff gegen alle betrachtet wird. Die Partner wollen damit die Abschreckung gegen Aggressionen erhöhen. Gleichzeitig vereinbaren sie eine engere Kooperation in allen Bereichen der Verteidigung. Dazu zählen die Abstimmung von Streitkräften, der Austausch von Informationen, gemeinsame Übungen und die Zusammenarbeit in der Rüstungsindustrie.

Aufbau auf bestehendem Fundament: Es gibt bereits ein bilaterales Verteidigungsabkommen zwischen Saudi-Arabien und Pakistan

Das neue Abkommen erweitert ein bilaterales Verteidigungsabkommen, das Saudi-Arabien und Pakistan bereits im September 2025 geschlossen hatten. Mit dem Beitritt der Türkei entsteht nun ein trilateraler Rahmen. Ankara bringt dabei seine NATO-Erfahrung und eine leistungsfähige Rüstungsindustrie ein, während Pakistan als einzige Atommacht unter den drei Ländern zusätzliche strategische Bedeutung besitzt. Saudi-Arabien stellt finanzielle und politische Gewichtigkeit bereit.
Rein defensiver Charakter betont

Offizielle Stellen aller drei Länder unterstreichen, dass der Pakt rein defensiv angelegt sei und sich gegen kein bestimmtes Land richte. Er ersetze keine bestehenden Bündnisse, sondern ergänze sie. Die Türkei bleibt weiterhin NATO-Mitglied. Der Vertrag bleibe zudem offen für weitere Staaten der Region, die sich zu denselben Grundsätzen bekennen.

Reaktion auf regionale Unsicherheiten

Die Unterzeichnung fällt in eine Zeit erhöhter Spannungen im Nahen Osten. Die Partner reagieren damit auf wachsende Sicherheitsrisiken und die Notwendigkeit, eigene Verteidigungsfähigkeiten unabhängiger zu gestalten.

Das Mekka-Abkommen markiert einen bedeutenden Schritt in den Beziehungen der drei Länder. Wie konkret die Beistandspflicht im Ernstfall ausgestaltet wird, bleibt zunächst offen. Die öffentlichen Erklärungen lassen Raum für Konsultationen zwischen den Partnern.

Sven von Storch

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Comments

facherfahrener

10.08.2026 | 11:11

So lange USA seine Stützpunkte in dieser Region hat stellt sich die Frage Angriff oder Verteidigung

wenn USA und Israel angrenzende Staaten angreifen. Und wo stehen dann die Feinde Erdogans???

Oder wird die Region neu aufgeteilt ?? Am Ende verlieren die Araber. Die müssen ihre Stammeskriege beenden, sonst gehen sie alle unter. Und dann entsteht ein Superstaat Israel. Die Saudis werden dann die Sozialempfänger der Region.

Ekkehardt Fritz Beyer

10.08.2026 | 12:47

... „Der Pakt soll die kollektive Abschreckung stärken und die militärische Zusammenarbeit vertiefen.“ ...

... „Berichten zufolge legt das Abkommen fest, dass ein bewaffneter Angriff gegen einen der drei Staaten als Angriff auf alle betrachtet wird“!!! ... https://sonar21.com/saudi-arabia-turkey-and-pakistan-sign-mecca-joint-defense-agreement/  

Weil sich die Türkei auf die Nato – deren Mitglied sie ebenfalls ist – nicht mehr verlassen kann? https://www.berliner-zeitung.de/article/nato-krise-zukunft-militaerbuendnis-analyse-10033452

Else Schrammen

10.08.2026 | 14:30

Na, dann ist der Iran regelrecht von "Freunden" umzingelt. Wenn dem Pakt noch andere Nahost-Staaten beitreten, werden die Mullahs sich gut überlegen, wen sie mit ihren Raketen angreifen!

Kein Land dabei, das irgendwelche besonderen zivilisatorischen und humanen Glanzleistungen in den nächsten 200 Jahren verspricht. Eher so vom Typ Hamas und IS.

Wenn man sich das Foto ansieht, dann glaubt man im falschen Jahrhundert zu sein bzw. als dieses Foto irgendwann mal entstanden ist - wenn man sich die beiden Schlippstrager rechts und links wegdenkt. Man könnte es sogar fast in die Pharaonenzeit zurückdatieren. Nur gab es damals noch keine Fotografien. Ansonsten wäre auch das laut diesem Foto denkbar. Auf jeden Fall scheint in dieser Region die Zeit ganz offensichtlich stehen geblieben zu sein!

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