China spielt seine Macht über wichtige Rohstoffe aus

China verhängt Exportverbot für Seltene Erden gegen Japan

China hat schon oft damit gedroht, seine Quasi-Monopol-Stellung bei "Seltenen Erden" als politische Waffe zu nutzen. Nun wird Japan damit konfrontiert.

Xi Jinping


Aktuellen Meldungen zufolge hat China ein Exportverbot für bestimmte Seltene Erden und andere Dual-Use-Produkte erlassen. Dieses Verbot richtet sich speziell gegen Japan und wurde als Reaktion auf kontroverse Äußerungen der japanischen Premierministerin Sanae Takaichi zu Taiwan verhängt. Berichte über ein ähnliches Verbot gegen die Vereinigten Staaten konnten nicht bestätigt werden. Stattdessen hat China kürzlich ein vorübergehendes Moratorium für Exportbeschränkungen gegenüber den USA vereinbart. 

Die Maßnahme verschärft die Spannungen zwischen China und Japan und könnte erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen haben.

Hintergrund des Exportverbots

Das chinesische Handelsministerium hat am 6. Januar 2026 ein Verbot für den Export von Dual-Use-Produkten an Japan angekündigt. Zu diesen Produkten gehören bestimmte Seltene Erden, fortschrittliche Elektronikkomponenten, Drohnen und Materialien für die Luft- und Raumfahrt. 

Das Verbot gilt für alle Güter, die militärische Anwendungen haben könnten. Es ist eine direkte Antwort auf die Aussagen von Premierministerin Takaichi aus dem November 2025, in denen sie einen möglichen chinesischen Angriff auf Taiwan als existentielle Bedrohung für Japan bezeichnete und auf die japanisch-amerikanische Allianz verwies. 

Chinesische Staatsmedien berichteten, dass weitere Einschränkungen für Seltene Erden in Erwägung gezogen werden. Japan hat das Verbot als unannehmbar verurteilt und fordert dessen Aufhebung.

Betroffene Länder und Ausnahmen

Das Verbot zielt ausschließlich auf Japan ab und betrifft (derzeit noch) nicht die Vereinigten Staaten. 

Im Gegenteil hat China Ende 2025 ein einjähriges Moratorium für Exportbeschränkungen auf Seltene Erden gegenüber den USA vereinbart, das bis November 2026 gilt. Diese Vereinbarung entstand im Rahmen von Handelsgesprächen zwischen Präsident Donald Trump und chinesischen Vertretern. 

Japan importiert etwa 60 Prozent seiner Seltene Erden aus China und ist bei einigen schweren Seltenen Erden fast vollständig abhängig. Experten schätzen, dass ein dreimonatiges Verbot japanischen Unternehmen Kosten in Höhe von 660 Milliarden Yen verursachen könnte und das Bruttoinlandsprodukt um 0,11 Prozent senken würde. 

Ein einjähriges Verbot könnte das BIP um 0,43 Prozent drücken.

Wirtschaftliche und politische Auswirkungen

Japanische Automobilhersteller wie Subaru, Toyota und Nissan beobachten die Situation genau, da Seltene Erden für Magneten in Elektro- und Hybridfahrzeugen essenziell sind. Der japanische Regierungssprecher Minoru Kihara nannte die Maßnahme absolut inakzeptabel und forderte China auf, die Fehler zu reflektieren und die falschen Aussagen zurückzunehmen. 

Die chinesische Regierungssprecherin Mao Ning betonte, dass Japan die Ursache des Problems ansprechen müsse. Die Vereinigten Staaten haben Japan geraten, die Eskalation zu vermeiden, um die kürzlich erzielte Handelsruhe mit China nicht zu gefährden. Analysten warnen vor einer Verschärfung der globalen Lieferkettenprobleme, da China etwa 80 Prozent der weltweiten Seltenen Erden produziert.

Internationale Reaktionen: Sorge bei den EU-Staaten

Die Europäische Union und andere Verbündete beobachten die Entwicklungen mit Sorge, da ähnliche Beschränkungen in der Vergangenheit zu Preisanstiegen und Diversifizierungs-Bestrebungen führten. Japan plant, seine Abhängigkeit von chinesischen Importen durch Partnerschaften mit Ländern wie Australien und den USA zu reduzieren. 

Sven von Storch

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Comments

Ekkehardt Fritz Beyer

09.01.2026 | 08:29

... „Aktuellen Meldungen zufolge hat China ein Exportverbot für bestimmte Seltene Erden und andere Dual-Use-Produkte erlassen. Dieses Verbot richtet sich speziell gegen Japan und wurde als Reaktion auf kontroverse Äußerungen der japanischen Premierministerin Sanae Takaichi zu Taiwan verhängt. Berichte über ein ähnliches Verbot gegen die Vereinigten Staaten konnten nicht bestätigt werden. Stattdessen hat China kürzlich ein vorübergehendes Moratorium für Exportbeschränkungen gegenüber den USA vereinbart.“ ...

Im Unterschied zu den USA, welche dies am aktuellen Beispiel Venezuelas in rein friedlicher(?) Absicht vollziehen?

Ja mei: „Donald Trump hat kein Problem damit, den Grund zu nennen, warum er das Land mit dem größten Erdölvorkommen der Welt angreift und dessen Anführer gefangen nimmt: "Die USA sind im Ölgeschäft!"!!!!!! https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/trumps-venezuela-intervention-was-bedeutet-das-fuer-die-welt,V7MN0yR

Also Zölle sind denke ich ist das primitivste Druckmittel. Wobei ich sagen muss, dass der Mensch generell eine primitive Fehlkonstruktion der Schöpfung ist, wenn er, wie man sieht, diese einfachsten,  wirtschaftlichen Probleme, nicht in weltweiter Zusammenarbeit, dass jede Nation zufrieden ist lösen kann und stattdessen sich immer wieder, wie in einem Sandkasten, gegenseitig ihre dummprimitiven Schädel einschlagen.

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