Wegen der Russland-Sanktionen ist Deutschland von LNG aus Katar abhängig

Gaspreis in Europa explodiert über 500 Dollar

Katar stellt wegen des Krieges vorübergehend die LNG-Produktion ein. Die April-Futures steigen am TTF-Hub auf 515 bis 559 Dollar. Das ist der stärkste Anstieg seit 2022. Und Deutschland hat sich von Flüssiggas abhängig gemacht.

LNG-Tanker vor Terminal


Deutschland hat sich durch die Sanktionen gegen Russland vom günstigen russischen Erdgas gelöst und sich von Flüssigerdgas abhängig gemacht. Und das kommt zu großen Teilen ausgerechnet aus Katar am Persischen Golf.

Der Krieg im Nahen Osten treibt nun auch den europäischen Gaspreis dramatisch in die Höhe. Wie aktuelle Daten der Londoner Börse ICE heute zeigen, haben die April-Futures am niederländischen TTF-Hub die Marke von 500 US-Dollar pro 1.000 Kubikmeter klar überschritten und notieren derzeit bei etwa 515 bis 559 Dollar (entspricht rund 42,44 bis 46,09 Euro pro MWh). Das ist ein Tagesplus von teilweise über 50 Prozent.

Katar muss Flüssiggas-Produktion wegen des Krieges vorläufig einstellen

Hauptursache ist die vollständige Einstellung der LNG-Produktion durch "Qatar Energy", den weltweit zweitgrößten LNG-Exporteur. Wie TASS und Focus.de unter Berufung auf Händler und Schiffsdaten berichten, hat Katar alle Produktionseinheiten in Ras Laffan vorübergehend stillgelegt.

Die Straße von Hormus als Nadelöhr

Die offizielle Begründung der vorübergehenden Produktions-Stillegung sind die Sicherheitsbedenken und die faktische Blockade der Straße von Hormus durch iranische Vergeltungsmaßnahmen. 

Fast 100 Prozent der katarischen LNG-Exporte müssen diese Meerenge passieren. Seit Samstag sind Dutzende Tanker auf Warteposition oder haben ihre Fahrt abgebrochen.

"Die Märkte reagieren panisch auf die Kombination aus physischer Lieferunterbrechung und geopolitischer Unsicherheit", zitiert die Nachrichtenagentur TASS einen Händler der ICE. Bereits am Vormittag sprang der Preis von unter 40 Euro/MWh auf über 48 Euro/MWh – der stärkste prozentuale Tagesanstieg seit dem Energie-Schock von 2022.

Für Deutschland ist die Lage besonders brisant, weil die Gasspeicher schon ziemlich leer sind und man auf den Zukauf von mehr Erdgas angewiesen ist. Für die Endverbraucher könnte das wieder sehr teuer werden.

Sven von Storch

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Kommentare

Ekkehardt Fritz Beyer

02.03.2026 | 16:11

„Wegen der Russland-Sanktionen ist Deutschland von LNG aus Katar abhängig“ ... 

Um unabhängig von billigem - stets zuverlässig geliefertem - russischen Gas zu sein???

Es wird also jetzt höchste Zeit die in der norddeutschen Tiefebene liegenden Erdgasvorräte anzubohren und zu nutzen. Wenn nicht jetzt, wann dann?

Und schließtlich konnte man bis vor etwa fünfzig Jahren aus Kohle durch Verkoken Heizgas gewinnen, und Kohle haben wir immer noch genug im Land. Nur fördern muß man diese.

Der tägliche Flüssiggasimport liegt bei rund 500 GWh. Laut Daten vom Anfang 2026, stammen rund 96 % der LNG-Importe an deutschen Häfen aus den USA. Weitere Lieferanten sind Kanada, Ägypten, Trinidad und Tobago sowie afrikanische Staaten. LNG aus Katar soll erst ab diesem Jahr geliefert werden. Und wie viel? Jährlich etwa 3% des dt. Gesamtverbrauchs. DREI Prozent... 

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