Zinsen steigen und die Regierung setzt auf Subventionen

Japan in der Krise: extreme Schuldenlast, anhaltende Inflation und zu hoher Ölpreis

Hohe Energiekosten, eine immense Staatsverschuldung und die Sorge vor erneut anziehender Inflation belasten das Land. Wenn Japan scheitern sollte, würde dies zu einer Schockwelle in der ganzen Welt führen.

Tokio in Japan


Im zweiten Quartal 2026 legte das reale Bruttoinlandsprodukt Japans nur um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal zu. Annualisiert entspricht das einem Plus von 1,1 Prozent. Damit blieb das Wachstum hinter den Erwartungen zurück und fiel schwächer aus als im ersten Quartal. 

Der private Konsum, der mehr als die Hälfte der Wirtschaftsleistung ausmacht, stagnierte weitgehend. Unternehmen hielten sich bei Investitionen zurück. Stützend wirkten vor allem Exporte, unter anderem durch die globale Nachfrage nach Halbleitern und Produkten im Bereich Künstlicher Intelligenz (KI).

Die "Bank of Japan" sieht die Konjunktur weiterhin auf einem moderaten Erholungspfad. Für das laufende Fiskaljahr rechnet sie mit einem realen Wachstum von rund 0,6 Prozent. Ab dem folgenden Jahr könnte die Entwicklung etwas kräftiger ausfallen, sobald die Belastung durch hohe Rohölpreise nachlässt.

Ölpreise und Inflation setzen Haushalten zu

Der Konflikt im Nahen Osten hat die Energiepreise stark nach oben getrieben. Japan importiert nahezu sein gesamtes Rohöl und spürt die höheren Kosten besonders deutlich. Die Regierung versucht, die Auswirkungen mit Subventionen für Strom, Gas und Kraftstoffe abzufedern. Dennoch bleibt die Belastung für Haushalte und Unternehmen spürbar.

Die Verbraucherpreise stiegen im Juni um etwa 1,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit lag die Inflation unter dem Zwei-Prozent-Ziel der Zentralbank. 

Die "Bank of Japan" erwartet jedoch, dass die Teuerung in der zweiten Hälfte des Fiskaljahres 2026 wieder deutlich über die Marke von zwei Prozent steigen wird. Gründe sind neben den Energiekosten auch die schwache Yen-Kursentwicklung und mögliche Weitergabe höherer Kosten an die Verbraucher.

Rekordschulden und steigende Zinsen

Die öffentliche Verschuldung bleibt extrem hoch. Nach Schätzungen des Internationalen Währungsfonds liegt die Bruttoschuldenquote der allgemeinen Regierung bei rund 204 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Die zentralen und lokalen Schulden werden für das Fiskaljahr 2026 auf etwa 187,6 Prozent des BIP veranschlagt. Die absolute Zentralstaatsschuld erreichte Ende Juni 2026 einen neuen Höchststand von rund 1.347 Billionen Yen. Pro Einwohner entspricht das etwa 11 Millionen Yen.

Ein großer Teil der Schulden wird im Inland gehalten, was das unmittelbare Risiko mindert. Dennoch steigen die Finanzierungskosten spürbar. Die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen kletterte Mitte August zeitweise auf fast 2,9 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit drei Jahrzehnten. Die "Bank of Japan" hat den Leitzins bereits auf rund ein Prozent angehoben und signalisiert weitere Schritte. Die Märkte rechnen mit einer möglichen weiteren Erhöhung schon im September.

Sven von Storch

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Comments

Nur die Japaner bleiben auf ihrer Insel ,verdienen viel besser ,als die Deutschen  und haben nicht solche Migrantenprobleme ! Doch damit sieht es im Täuschland nicht viel besser aus .

Ein "Schuldenwurm " als Lockmittel für eine neue Weltordnung ? 

Wolfgang Lammert

19.08.2026 | 10:57

TRUMP macht mit seiner Energiepolitik JAPAN und DEUTSCHLAND platt. Der Unterschied ist, dass Japan noch schlimmer von TRUMP Krieg gegen den IRAN, IRAK und OMAN betroffen ist, weil JAPAN kaum Alternativen hat. Deutschland bezieht noch ca. 20 % des GASES und ERDÖLS aus Norwegen. In diesen Winter wird die MERZ-Außenpolitik scheitern und die Deutschen werden in der Kälte sitzen, weil die HEIZUNGEN KALT BLEIBEN !

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