Deutschland gründet. An die Börse geht es in Amerika.

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Einführung

Deutschland zählt erstmals 39 Startups mit Milliardenbewertung. Laut neuem Startup Monitor bevorzugen 61,9 Prozent der börseninteressierten Unternehmen die USA. Die eigentliche Bewährungsprobe beginnt beim Wachstum.

Deutschland gründet. Hochschulen liefern Forschung, Unternehmer Mut und Investoren Kapital. Sobald ein junges Unternehmen groß wird, richtet sich sein Blick jedoch über den Atlantik. Das ist ein sehr konkretes Zeugnis für den deutschen Wirtschaftsstandort.

Der Deutsche Startup Monitor 2026 zählt Mitte September 39 deutsche Unicorns, also junge Unternehmen mit einer Bewertung von mindestens einer Milliarde US-Dollar. Zehn kamen allein in diesem Jahr hinzu. Die Zahl verdient Anerkennung: Ideen und Unternehmergeist sind in Deutschland reichlich vorhanden.

In derselben Erhebung würden aber 61,9 Prozent der Startups mit IPO-Ambition eine US-Börse bevorzugen. Für Deutschland entscheiden sich 27,0 Prozent. Die Befragten beschreiben ihre Präferenz für künftige Börsengänge. Der Abstand zeigt dennoch, wo Gründer die besseren Bedingungen für ihre nächste Wachstumsphase vermuten.

Für die Studie wurden 1.803 Gründer und Geschäftsführer deutscher Startups befragt. Sie bildet die Sicht der jungen Unternehmen ab. Wer über den Industriestandort von morgen spricht, sollte dieser Sicht aufmerksam zuhören.

Ein Rekord mit amerikanischer Adresse

Acht Milliarden Euro Wagniskapital flossen laut Verband bis Ende September in deutsche Startups; für das gesamte Jahr 2025 nennt er 7,5 Milliarden. Große Finanzierungsrunden in DeepTech und Verteidigung treiben den Wert. Bei den ersten Finanzierungsrunden zeigt sich dagegen ein Rückgang. Eine Rekordsumme verdeckt damit die schwierigere Suche neuer Gründer nach Startkapital.

Eine Stärke Deutschlands bleibt die Forschung. 50,5 Prozent der Gründer erhielten Unterstützung von Hochschulen oder Forschungseinrichtungen. Aus wissenschaftlicher Arbeit werden Unternehmen. Danach braucht es Kunden, größere Finanzierungsrunden und einen europäischen Markt, auf dem Wachstum praktisch möglich ist.

Viel Geld für wenige große Runden

Zur Kapitalfrage kommt die technische Abhängigkeit: 64,2 Prozent der Startups nutzen überwiegend US-Anbieter für Cloud, Software und KI. Bei europäischen Alternativen nennen viele einen geringeren Funktionsumfang oder fehlende Lösungen für ihren Anwendungsfall. Wer digitale Souveränität verlangt, muss auch das Angebot wettbewerbsfähig machen.

Der Maßstab für die Politik liegt offen auf dem Tisch: Wie viele junge Firmen erhalten hier ihre ersten und ihre großen Wachstumsfinanzierungen? Wie viele finden Kunden in der europäischen Industrie? Und wie viele wählen für ihren Börsengang einen europäischen Handelsplatz? Daran lässt sich Fortschritt messen.

Europa als Markt für eigene Unternehmen

Die Gründer haben geliefert. 39 Unicorns belegen es. Nun sind Kapitalmarkt und Politik an der Reihe. Der Weg vom deutschen Labor zum Weltunternehmen sollte auch durch Deutschland führen.

Quellen:

Sven von Storch

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