Deutsche rechnen mit frühem Ende der Merz-Regierung
54 Prozent der Bürger glauben nicht an eine reguläre Amtszeit von Schwarz-Rot. Der Grund ist klar: ein Rentenpaket, das Milliarden kostet und die eigene Mehrheit gefährdet.
Die Stimmung im Land kippt. Eine Insa-Umfrage für die „Bild“ zeigt, dass mehr als die Hälfte der Deutschen von einem vorzeitigen Ende der Merz-Regierung ausgeht. Die schwarz-rote Koalition gilt nicht als stabil, nicht als geeint und schon gar nicht als belastbar. Nur die Anhänger der Union glauben mehrheitlich an eine Legislaturperiode bis 2029, was ein Befund ist, der weniger Zuversicht als parteipolitische Loyalität widerspiegelt. Wähler aller anderen Parteien rechnen mit dem Scheitern.
Der Schlüsselkonflikt sitzt im Zentrum der deutschen Sozialpolitik: das Rentenpaket. Fast jeder zweite Befragte, der ein frühes Regierungsende für wahrscheinlich hält, nennt den Rentenstreit als Hauptgrund. Besonders auffällig: Sowohl Linke als auch AfD-Wähler sehen mit über 55 Prozent in dieser Reform den entscheidenden Zündstoff. Selbst bei SPD und Union glauben jeweils 50 Prozent an ein Scheitern aufgrund des Rentenkonflikts. Selten hat ein einzelnes Gesetzesvorhaben so viel Misstrauen ausgelöst.
Das Problem ist strukturell. Die „Junge Gruppe“ der Union – 18 Abgeordnete unter 35 Jahren – verweigert in ihrer aktuellen Form die Zustimmung. Ohne sie hat die Koalition keine Mehrheit. Der Entwurf von Arbeitsministerin Bärbel Bas sieht vor, das Rentenniveau bis 2031 bei 48 Prozent zu halten, darüber hinaus jedoch dauerhaft ein Prozent höher anzusetzen, als es das geltende Recht vorsieht. Genau dieser Punkt ist nicht durch den Koalitionsvertrag gedeckt und verursacht laut Beschluss der Jungen Gruppe ab 2032 zusätzliche Kosten von über 115 Milliarden Euro. Ein finanzieller Sprengsatz, der künftigen Generationen aufgebürdet würde.
Die jungen Abgeordneten verweigern sich nicht aus parteipolitischer Opposition, sondern aus fiskalischer Vernunft. Eine dauerhafte Stabilisierung des Rentenniveaus über 2031 hinaus sei nicht vereinbart worden und greife der Rentenkommission vor. Die Botschaft ist eindeutig: Ein Staat, der bereits heute unter massivem Schulden- und demografischem Druck steht, kann keine Wahlgeschenke auf Kredit finanzieren.
Der Vorgang beschädigt Merz zusätzlich. Wenn der CDU-Chef verspricht, die junge Generation nicht zu belasten, dann aber ein Konzept vorlegt, das genau dies tut, verliert die Regierung an Glaubwürdigkeit. Die Koalition aus Union und SPD wirkt wie ein Bündnis, das sich mit Millimetermehrheiten über Wasser hält und keine Kraft für strukturelle Reformen hat. Die Mehrheit im Land hat das längst erkannt.
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Blog-Kommentare
Viel schlimmer würde es aber…
Viel schlimmer würde es aber, wenn die AfD an die Regierung käme!
Da heißt es doch in einem Beitrag beim Stern, "würde das Wirtschaftsprogramm der AfD umgesetzt, könnte(!) die deutsche Wirtschaft um 690 Mrd.€ einbrechen".
Was haben doch die beim Stern für tolle Autoren freigeschaltet, die offenbar nicht nur das Wirtschaftsprogramm der AfD genau kennen, sondern auch noch hellseherisch ermittelt haben, um wieviel die deutsche Wirtschaft dadurch einbrechen könnte ...
Um wieviel die deutsche Wirtschaft durch die fremdverordneten Bosheiten der Merz-Regierung bereits eingebrochen ist, haben sie allerdings nicht ermittelt ...
Der Vorwurf desaströser…
Der Vorwurf desaströser politischer Verhältnisse in Deutschland einschließlich auch und insbesondere der Regierungen "Mutti" Merkel und "Klein Fritzchen" Merz trifft weniger die jüngeren Menschen als Neuwähler*Innen, sondern die Generation ihrer Eltern. Die jüngeren Menschen trifft eher der Vorwurf, von dummen Eltern zu noch dümmeren Staatsbürger*Innen erzogen worden zu sein, die nie die Dummheit ihrer Eltern erkannt oder in Frage gestellt haben.
Die haben nämlich immer wieder kriminelle Verfassungsfeind*Innen gewählt und sich dabei so naiv und blind, wie unberechtigt darauf verlassen, dass die Exekutive - Politik nicht noch einmal "Wahnsinn" und "organisierte Kriminalität gegen die Verfassung" entfalten, sondern dass sie ihre Arbeit schon machen werde, für die sie doch so unendlich teuer bezahlt wird, und dass man sich daher ganz in Ruhe auf "die Verwirklichung" seiner / ihrer selbst und auf Konsum und in Wirklichkeit auf Hedonismus in seiner reinsten Form konzentrieren kann, "Die Freiheit nehm' ich mir", "Ich bin doch nicht blöd' ".
Eigentlich gehört den Deutschen das Wählen verboten, gleichgültig, ob junge oder alte Generation. Mit ihrer Karnickelzuchtvereinsmitgliedermentalität und mit ihrem unerschütterlichen Glauben an das "Glück im stillen Winkel", das es in Deutschland aber spätestens seit dem 21sten Jahrhundert nicht mehr gibt, richten diese "Eistütchen" ein demokratisch angelegtes Gemeinwesen mit traumwandlerischer Sicherheit innerhalb kürzester zu Grunde, indem sie es zur Antithese der Demokratie "transformieren", nämlich zum Parteienstaat. Die "Lätscherten und Lapperten" können einfach nicht anders, das ist deutsche "politische" DNA.
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