Kohle – der aussterbende Rohstoff – erreicht (schon wieder!) einen neuen Rekordwert

Veröffentlicht:
Einführung

Die Internationale Energieagentur (IEA) verkündete feierlich, dass die weltweite Kohlenachfrage im Jahr 2025 einen neuen Höchststand erreicht habe . „Es wird jedoch erwartet, dass sie bis 2030 aufgrund der Konkurrenz durch andere Energiequellen zurückgehen wird“, heißt es dort, genau wie jedes Jahr, wenn die Kohle einen neuen Rekordwert erreicht.

Die IEA ist ein vollwertiger Teil des globalen Finanzapparats – ihre Finanzierung stammt von Steuergeldern reicher Länder – daher besteht ihre Rolle darin, die öffentliche Meinung zum Thema Energie so zu steuern, dass diese Finanzierung weiterhin fließen kann. Jedes Jahr, wenn der Kohleverbrauch einen Rekordwert erreicht, prognostiziert die IEA gleichzeitig, dass er stagnieren oder sinken wird. Bereits 2019 hieß es: „In den nächsten fünf Jahren wird die weltweite Kohlenachfrage voraussichtlich stabil bleiben.“ Was sich als Irrtum erwies. 2020 hieß es: „Die teilweise Erholung der Kohlebranche wird nach 2021 abflauen.“ Auch das traf nicht zu.  2022 hieß es: „Die weltweite Kohlenachfrage wird sich bis 2025 stabilisieren.“ Und dennoch steigt die Nachfrage nach Kohle weiter.

Jedes Jahr erstellen sie eine Version des Plateau-Diagramms (siehe unten), welches ihre Wunschprognose enthält, wonach der Kohlepreis stagnieren oder sinken soll.

Dies ist die diesjährige Version:

Global coal demand in 2025 is set to remain close to 2024 levels amid unusual regional trends

https://www.iea.org/reports/coal-2025/executive-summary

Diese fiktive, verblasste Verlängerung rechts (nach 2026) lenkt den Blick von der Darstellung eines steigenden Trends ab. Sie nährt die Erwartung, dass der Kohleverbrauch bald zu sinken beginnen wird, und verschleiert den unaufhaltsamen Anstieg des Kohleverbrauchs in den letzten zwanzig Jahren.

Zweifellos freut sich China, wenn andere Länder keine Eile verspüren, ihre Kohlekraftwerke auszubauen. Auch die UN ist zufrieden, denn sie hat uns zwanzig Jahre lang erzählt, Kohle sei ein wertloses Gut, und will sich nun nicht blamieren. Und die Branche der erneuerbaren Energien sowie all die Bürokraten, die sich daran bedienen, wollen nicht, dass die Steuerzahler erfahren, dass andere Länder auf Kohle setzen.

Das ist alles Teil der psychologischen Operation.

Das Wachstum der erneuerbaren Energien mag zwar schnell sein, aber es ist nicht einmal schnell genug, um das Wachstum des Kohleverbrauchs zu reduzieren.

********

Die weltweite Kohlenachfrage wird im Jahr 2025 aufgrund ungewöhnlicher regionaler Trends voraussichtlich nahe am Niveau von 2024 bleiben.

Wichtige Faktoren wie Wetter, Brennstoffpreise und politische Entscheidungen prägten den globalen Kohleverbrauch im Jahr 2025 und führten zu Nachfrageänderungen, die oft den jüngsten nationalen oder regionalen Trends entgegenstanden.

In Indien – einem der traditionellen Motoren des Kohleverbrauchs – dämpfte ein früher und starker Monsun die Stromnachfrage und steigerte die Wasserkraftproduktion. Infolgedessen wird die jährliche Kohleverstromung des Landes erst zum dritten Mal in den letzten fünf Jahrzehnten im Vergleich zum Vorjahr sinken. In den Vereinigten Staaten, wo der Kohleverbrauch in den letzten 15 Jahren durchschnittlich um 6 % pro Jahr zurückging, wird er 2025 voraussichtlich um 8 % steigen. Gründe hierfür sind höhere Erdgaspreise und eine Verlangsamung der Stilllegung von Kohlekraftwerken dank staatlicher Förderprogramme. In der Europäischen Union (EU) trieb die geringere Produktion von Wasserkraft und Windenergie die Kohleverstromung im ersten Halbjahr in die Höhe. Daher wird der Kohleverbrauch in der EU 2025 voraussichtlich nur um etwa 2 % sinken – ein deutlich geringerer Rückgang als die zweistelligen Rückgänge in den Jahren 2023 und 2024.

In China1In dem Land, das mehr Kohle verbraucht als der Rest der Welt zusammen, wird die Nachfrage voraussichtlich wie erwartet das Niveau von 2024 erreichen. Die weltweite Kohlenachfrage im Jahr 2025 dürfte wiederum sehr nahe an unserer Prognose aus der vorherigen Ausgabe dieses Berichts vor einem Jahr liegen und um 0,5 % auf 8,85 Milliarden Tonnen steigen – ein Rekordhoch.

Nach einem Rekordhoch im Jahr 2024 wird die weltweite Kohleproduktion bis 2030 voraussichtlich leicht zurückgehen.

… Mit Blick auf die Zukunft und angesichts der in den meisten Regionen guten Kohlevorräte sowie der verhaltenen globalen Nachfrage prognostizieren wir einen leichten Rückgang der weltweiten Kohleproduktion bis 2030. Unter den großen Produzenten dürfte Indien aufgrund der starken Binnennachfrage und einer günstigen Regierungspolitik das stärkste Produktionswachstum verzeichnen. Die größte Unsicherheit besteht in China, wo bereits geringfügige politische Änderungen oder Nachfrageschwankungen die Kohleproduktion so stark beeinflussen können, dass sie Auswirkungen auf die internationalen Märkte haben.

https://www.iea.org/reports/coal-2025/executive-summary

 https://joannenova.com.au/2026/01/coal-the-dying-asset-sets-a-new-all-time-record-high-again/

Sven von Storch

Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte unterstützen Sie mit einer Spende unsere unabhängige Berichterstattung.

PayPal

Für die Inhalte der Blogs und Kolumnen sind die jeweiligen Blogger verantwortlich. Die Beiträge der Blogger und Gastautoren geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion oder des Herausgebers wieder.

Blog comments

Hans-Peter Klein

26.01.2026 | 12:29

Die Kohlenachfrage ist weltweit unmittelbar an die demographische Entwicklung gekoppelt.

Zur Hebung des allgemeinen Wohlstandsniveaus ist es wichtig auch den ärmeren Schichten billige Energie zur Verfügung zu stellen. Nur so kann es gelingen die Geburtenrate deutlich zu senken auf ein stabiles Niveau, das die sog. globale Erdüberlastung ("earth overshoot day") wieder nach hinten schiebt, aktuell liegt sie bei Ende Juli.

Kohleverstromung kommt eher den ärmeren und bildungsferneren Schichte zugute, während das weltweit rapide Wachstum der Ernuerbaren eher von den gebildeteren, qualifizierteren und somit stabileren Mittelschichten ausgeht, wie dies in den Industrieländern der Fall ist.
 

Bisher war dies verbunden mit einem Ausdruck in der nach oben offenen Skala von ökologischem Bewusstsein bis hin zu Status- / Habitus- Denken.
Mittlerweile ist jedoch die Eindringung in den normalen Alltag aller Schichten  so groß, das auch die bürgerlichen Schichten erreicht werden, die rein pragmatisch nach Kosten-/Nutzen-Verhältnis ihren Konsum ausrichten. 

Mit der Folge: 
PV ist so preiswert wie nie und erreicht alle vom Häuslebauer bis zum Balkonkraftwerk in der Großstadt.
Das war von Anfang an auch die Strategie der Energiewende-Pioniere. 

Dieser Verlauf ist typisch für langwellige Innovationszyklen, sog. Kondratjiew-Zyklen, ein Begriff der zurück geht auf den österreichischen National-Ökonomen Joseph Schumpeter, der ihn Ende der 30er Jahre in die Wirtschaftswissenschaften einführte.
Der Namensgeber selbst, der Russe Nikolai Kondratiew, wurde unter Stalin im Rahmen der sog. großen Säuberung wegen seiner für den Kommunismus inkompatiblen, umstürzlerischen Ideen im Alter von 46 Jahren dafür erschossen.

Die Wahrheit ist fast immer unbequem und wird daher von den Machthabern alten Stils regelmäßig unterdückt, mindestens jedoch manipuliert.
Das kann man von der globalen Energiewende Gott sei Dank nicht behaupten, sie ist eine Graswurzelbewegung von unten, Deutschland zählt zu den weltweit allerersten Pionieren. 
Was mich mit patriotischem Stolz erfüllt.

Die Machthaber alten Stils sitzen immer noch fest im Sattel der alten, weltweit agierenden  Fossil / Atomenergie- Lobby.

Die geopolitischen Kämpfe und Kriege der Gegenwart sind genau darauf zurück zu führen. So wie alle Krieg der letzten Jahrzehnte.
Die globale Energiewende wirkt diesen Konflikten entgegen.

Mahlzeit.
MfG, HPK

Zitat Hans Peter Klein:

„Kohleverstromung kommt eher den ärmeren und bildungsferneren Schichte zugute, während das weltweit rapide Wachstum der Ernuerbaren eher von den gebildeteren, qualifizierteren und somit stabileren Mittelschichten ausgeht, wie dies in den Industrieländern der Fall ist.“


Komplett falsch von vorn bis hinten!

China baut fast jede Woche ein neues Kohlekraftwerk! Diese werden für den Bedarf der Industrie gebaut, nicht für einkommensschwache Schichten!

Die angeblichen „Erneuerbaren“ (falsches Wort/ Unwort) sind ein Hirngespinst grüner Ideologen, die von Energie nichts verstehen! Natürlich werden derzeit viele gebaut, weil die besonders in Europa gefragt sind, welches sich wirtschaftlich auf dem absteigenden Ast befindet … ausgerechnet wegen der Erneuerbaren! Und wo werden die ganzen Erneuerbaren gebaut? Natürlich mit böser Kohle-Energie in China! 

Dass sich ausgerechnet die Möchtergen-Gebildeten einbilden, sie wären für Erneuerbare qualifiziert, halte ich für ein weiteren Blödsinn. Meist glauben gerade diese Schichten, sie könnten die Welt retten, indem sie auf solche Energien setzen. Diese werden bald mit Blackouts und Brownouts erfahren was es heißt, auf Flatterstrom zu setzen! Spanien hat es letztes Jahr erfahren müssen!
 

Zitat Hans Peter Klein:

“Das war von Anfang an auch die Strategie der Energiewende-Pioniere.  

Dieser Verlauf ist typisch für langwellige Innovationszyklen, sog. Kondratjiew-Zyklen, …“
 

Wieder alles falsch! Der Kondratjew-Zyklus hat nichts mit Energiewenden zu tun, sondern mit der Theorie von Wirtschaftszyklen, die in vier Jahreszeiten eingeteilt werden! Die Details erspare ich mir hier, denn das dauert zu lange.


Sie schreiben so viele Dinge falsch zusammen, dass ich nicht die Zeit habe alles zu kommentieren.

@ Graf von Henneberg

Heizen Sie mit Holz, so wie ich. 
Von der Arbeit im Wald bis zum ofenfertigen Holzscheit alles selbst gemacht. Ist gut für die Gesundheit, den Geldbeutel und was gibt es gemütlicheres, wie ein flackerndes Holzfeuer im Holzofen.

Zuguterletzt: 
Selbst geschlagenes Brennholz hat von allen Endenergieformen die mit Abstand beste Ökobilanz, den geringsten Primärenergiefaktor. 
Kohle: Ganz schlecht ! 
Am schlechtesten: Braunkohle.
MfG, HPK

Glass Steagall Act

26.01.2026 | 13:55

Während in China jede Woche ein neues Kohlekraftwerk gebaut wird, wird der Bürger in Deutschland für jedes Mikrogramm CO2 bestraft! Die Gegensätze könnten kaum größer sein und die Lächerlichkeit deutscher linker Politiker kann man nur noch als absolut pathologisch krank bezeichnen! Und selbst wenn man bei uns den Ausstoß des klimaunschädlichen CO2 auf null senken würde, hat das absolut keinen Einfluss mehr auf das Weltgeschehen!

Auch wenn man die Lüge vom klimaschädlichen CO2 gelten läßt, wie soll der u.a. durch E-Autos, Wärmepumpen und KI-Computermonster stark steigende Strombedarf gedeckt werden?

Unsere(?) politischen Landesverräter haben das fremdbefohlene Ende der klimafreundlichen und verläßlichen Atomenergie abgenickt und nicht speicherbarer Flatterstrom aus Wind und Sonne reicht nicht und wird auch nie reichen.

Ist auch egal - auch wenn andere wieder mehr zur Kohle greifen, um ihre Wirtschaft und ihren Wohlstand zu retten - Hauptsache Deutschland rettet das Weltklima - und schafft sich ab ...

@ Werner Hill.

Nein, ganz Europa ist auf dem Energiewende-Pfad.
Zuletzt 2025 mit einem neuen jahresrekord von 44%  EE-Strom im europäischen Durchschnitt, 
bei steigender Tendenz.

Europaweit liegt die Atomenergie bei lediglich 23 % (2025),
bei abnehmender Tendenz.

Die Energiewende ist auch kein deutscher Sonderweg, wir waren lediglich das allererste Pionierland Nr. 1 in Europa.

Immer schön bei den nüchternen Fakten bleiben.
Denn Fakten sind wichtige, aussagekräftige Teilwahrheiten.
Viele Fakten ergeben ein immer besseres und genaueres Gesamtbild der Gesamtsituation.

Das Atomenergie fast CO2-neutral ist, ist ebenfalls eine Teilwahrheit, ja richtig.
Der andere Teil dieser verschwiegenen Wahrheit ist jedoch der, das Atomenergie eine ganze Reihe großer Risiken in sich birgt. 
Angefangen bei der Gewinnung in Uran-Minen oft fragwürdiger Herkunftsregime, über die gesamte Vorkette für die Herstellung der Brennelemente, dann die Risiken während des laufenden Betriebes bis hin zur endgültigen Entsorgung über jahrzehntelange Zwischenlagerung  und später (wann ?)  dann in irgendwelche Endlager, die es noch nicht gibt und  stets höchst umstritten sind seitens der betroffenen Vor-Ort Bevölkerung.
Ganz zu schweigen von den Ewigkeits-Kosten jeglicher Lagerung, die der Allgemeinheit aufgebürdet werden, im Strompreis aber nicht enthalten sind.

Falls sie die Risiken während des laufenden Betriebes unterschätzen oder kleinreden wollen, dann fragen Sie mal die Bewohner in unmittelbarer Nähe des AKWs Sporischija in der Ukraine, ob die das auch so sehen.

MfG, HPK

@ Werner Hill

Zusatz:
Wenn Sie einerseits mit "klimaschädlich" argumentieren (: es abstreiten), warum argumentieren Sie im gleichen Atemzug mit "klimafreundlich" bei der Atomenergie ?  Das erübrigt sich doch dann.

Ihr Argument "...nicht speicherbarer Flatterstrom aus Wind und Sonne" wird sich schon sehr bald und in Kürze in Luft auflösen, wenn demnächst die dezentralen Batterie-Großspeicher ans Netz gehen.
Die sind nämlich genau dafür da : Überangebot an Solar- und Windstrom dort zwischen zu speichern, anstatt abregeln oder ins Europäische Stronetz zu exportieren.
Als heimische Regelreserve  für die temporären Lastspitzen im Netz.

Schaun wir mal , wer spätestens dann die große (Argumentations-) Flatter hierzulande kriegen wird.
Grund genug dafür gibts schließlich heute schon.
Aber auch schon länger.

MfG, HPK

Da bin ich ja gespannt, um wieviel sich der Strompreis durch die demnächst(?) (vielleicht?) kommenden dezentralen Batterie-Großspeicher verteuern wird.

Jedenfalls hat man das Pferd beim Schwanz aufgezäumt, weil man statt zuerst zu prüfen, ob Stromspeicherung in großem Umfang technisch und wirtschaftlich überhaupt schon möglich ist, einfach blindlings in eine fremdbefohlene "Energiewende" gestolpert ist, die wir nun schon zu lange durch hohe Strompreise und Kapazitätsengpässe büßen müssen.

Kohle – der aus-sterbende Rohstoff ..? 

Wusst ich es doch !...-Kohle lebt ! Und ich dachte schon Uschi will all die Kohle abschaffen ,nach dem Motto :  " Wir schäffeln das ! "   Also her mit der Kohle Fr. von der Leyne ,sonst wird vielleicht die Finanzleine der EZB -Bank etwas straffer angezogen ,unter La GARDE ,der Wächterin ?

In Brüssel sollen ja Domina und Fetischhalsbänder ganz IN sein ,sogar mit kurzer Leine ?    

Doch bitte keine braune Kohle ,um politisch korrekt zu sein ! Sie gibts auch in Grün mit 1 und 2 Nullen !  (Mit Kohle fühlt man sich wohle :)) 

Add new comment

CAPTCHA
Enter the characters shown in the image.
This question is for testing whether or not you are a human visitor and to prevent automated spam submissions.