Matt Ridley glaubt, dass das Klima-Geplapper fast am Ende ist
In seinem jüngsten ICSF/Clintel-Vortrag argumentierte Matt Ridley, dass die öffentliche und politische Dynamik hinter dem Narrativ der „Klimakrise“ nachlässt, und er untersuchte die Gründe für diesen Wandel sowie dessen Auswirkungen.
In einem Leitartikel im Magazin „The Spectator“ erklärte der britische Wissenschaftsautor, Journalist und Geschäftsmann Matt Ridley kürzlich: „Endlich, Gott sei Dank, ebt der Hype um die globale Erwärmung ab. Um Monty Python zu paraphrasieren: Der Klimapapagei mag zwar noch immer an seiner Stange auf dem COP-Gipfel in Belém, Brasilien – oder in Harvard und auf CNN [und in D; A. d. Übers.]– festgenagelt sein, aber anderswo ist er tot.“ Er sagte auch, dass Bill Gates’ Entschuldigung, in der er einräumte, dass die globale Erwärmung „nicht zum Untergang der Menschheit führen wird“, nachdem er das Büro für Politik und Interessenvertretung seiner klimapolitischen Wohltätigkeitsgruppe geschlossen hatte, ein weiterer Nagel im Sarg der Klimapanik sei. Der Rückgang des Klimaalarmismus‘ war das zentrale Thema in Ridleys ICSF/Clintel-Vortrag: „The Great Climate Climbdown“ (1. April).
Nachlassen
In seinem Vortrag erläuterte Ridley, warum seiner Ansicht nach der „Klima-Alarm“ nachlässt. Ein wesentlicher Faktor ist das schwindende Vertrauen der Öffentlichkeit in wissenschaftliche und institutionelle Autoritäten, insbesondere nach der COVID-19-Pandemie. Laut Ridley „hat die COVID-Pandemie dazu geführt, dass die Menschen der Wissenschaft und den Experten misstrauen“, und diese Skepsis habe sich auf die Klimadebatten ausgeweitet. Er argumentierte zudem, dass übertriebene Vorhersagen und viel beachtete Fehler die Glaubwürdigkeit untergraben hätten.
Als entscheidenden Faktor nannte Ridley jedoch die wirtschaftlichen Realitäten. Er betonte, dass die versprochene Erschwinglichkeit der Dekarbonisierung nicht eingetreten sei: „Sie erweist sich als kostspielig, unbequem und regressiv.“ Seiner Ansicht nach belasten steigende Energiepreise einkommensschwache Haushalte unverhältnismäßig stark, was Klimapolitik politisch und gesellschaftlich umstritten macht. Dieser wirtschaftliche Druck hat die Aufmerksamkeit auf Energiesicherheit und Erschwinglichkeit gelenkt, insbesondere in Regionen wie den Vereinigten Staaten und Teilen Asiens.
Ein zentrales Thema in Ridleys Argumentation ist das Versagen erneuerbarer Energien – insbesondere Wind- und Solarenergie –, zuverlässige und skalierbare Lösungen zu liefern. Er beschrieb diese Quellen als von Natur aus unbeständig und argumentierte, dass „der Übergang zu ihnen einfach nicht zustande kommt“. Ohne erneuerbare Energien gänzlich abzulehnen, stellte er die Frage, warum die Sorge um den Klimawandel oft mit einer starken Unterstützung für genau diese Technologien gleichgesetzt wird.
[Hervorhebung vom Übersetzer]
Schiefer-Revolution
Im Gegensatz dazu hob Ridley die tiefgreifenden Auswirkungen der Schieferrevolution hervor, insbesondere in den Vereinigten Staaten. Fortschritte bei der Förderung von Öl und Gas aus Schieferformationen haben das Angebot drastisch erhöht und die Bedenken hinsichtlich einer Ressourcenverknappung gemindert. Er argumentierte, dass diese Entwicklung die globalen Energiemärkte neu gestaltet und frühere Annahmen über die Unvermeidbarkeit eines raschen Ausstiegs aus fossilen Brennstoffen untergraben habe.
Technologische Trends, insbesondere der Aufstieg der künstlichen Intelligenz, verstärken die Nachfrage nach zuverlässiger Energie zusätzlich. Ridley merkte an, dass Rechenzentren und KI-Infrastruktur eine kontinuierliche, verlässliche Stromversorgung benötigen, was derzeit fossile Brennstoffe und Kernenergie gegenüber intermittierenden erneuerbaren Energien begünstigt. Dies hat dazu geführt, dass Teile des Technologiesektors eine pragmatischere Haltung in der Energiepolitik einnehmen.
Die Wissenschaft
In wissenschaftlicher Hinsicht räumte Ridley ein, dass die globalen Temperaturen steigen, stellte jedoch das Ausmaß der prognostizierten Auswirkungen in Frage. Er erklärte: „Ich gehöre zu denen, die glauben, dass es wärmer wird … aber ich glaube nicht, dass es schlimmer wird.“ Er argumentierte, dass viele der vorhergesagten negativen Folgen – wie beispielsweise die Zunahme extremer Wetterereignisse – nicht in dem erwarteten Ausmaß eingetreten seien. Seiner Ansicht nach „leben wir in dieser Zukunft und sie ist gar nicht so schlimm“, wobei er feststellte, dass die gelebte Erfahrung nicht mit früheren düsteren Prognosen übereinstimme.
Ridley kritisierte zudem Klimamodelle. „Die Modelle laufen immer noch zu heiß“, was bedeutet, dass sie die Erwärmung im Vergleich zu den beobachteten Daten überschätzen. Er führte dies auf zu hohe Annahmen bezüglich der Klimasensitivität zurück. Darüber hinaus hob er die historische Klimavariabilität hervor und argumentierte, dass die aktuellen Temperaturen nicht beispiellos seien, wenn man sie über längere Zeiträume wie das Holozän betrachtet (siehe auch hier).
Der vielleicht wichtigste Punkt in Ridleys Vortrag ist der positive Einfluss von Kohlendioxid auf das Pflanzenwachstum. Er verwies auf Belege für eine weltweite „Begrünung“ und erklärte, dass der Anstieg des CO₂-Gehalts zu einer messbaren Ausbreitung der Vegetation weltweit beigetragen habe. Dieser Effekt hat erhebliche Vorteile für die Landwirtschaft und die Ökosysteme und wurde in politischen Diskussionen unterschätzt.
Auch die ökonomische Analyse spielt in Ridleys Kritik eine zentrale Rolle. Er stellte die Rechtfertigung für groß angelegte Ausgaben zur Dekarbonisierung in Frage, indem er Kosten und Nutzen verglich. Unter Bezugnahme auf Schätzungen der gesellschaftlichen Kosten von Kohlenstoff argumentierte er, dass Klimaschutzmaßnahmen unverhältnismäßig teuer sein könnten: „Es macht einfach keinen Sinn, ein Vermögen für etwas zu bezahlen, das nur einen Cent einspart.“
Ridley veranschaulichte diesen Punkt anhand langfristiger Wirtschaftsszenarien und argumentierte, dass künftige Generationen trotz einer erheblichen Erwärmung aufgrund des anhaltenden Wirtschaftswachstums wahrscheinlich viel wohlhabender sein werden. Er stellte in Frage, ob relativ geringe Einbußen beim prognostizierten Wohlstand – verursacht durch Klimafolgen – eine existenzielle Bedrohung darstellen.
Politische Dynamik
In dem Vortrag ging es auch um politische Dynamik. Ridley kritisierte den seiner Meinung nach früher bestehenden Konsens unter den großen politischen Parteien zugunsten einer strengen Klimapolitik und argumentierte, dass dies eine offene Debatte eingeschränkt habe. Er wies darauf hin, dass dieser Konsens allmählich zu bröckeln beginne, insbesondere da die wirtschaftlichen Kosten immer deutlicher zutage träten.
Wirtschaftliche Realitäten, technologische Entwicklungen und sich wandelnde Einstellungen in der Öffentlichkeit schwächen die Dominanz der Narrative vom Klimanotstand. Ridley warnte jedoch vor extremen Positionen. Er riet Kritikern der Mainstream-Klimapolitik davon ab, den Klimawandel gänzlich abzulehnen, und wies darauf hin, dass eine solche Rhetorik die Glaubwürdigkeit untergraben könne*. Stattdessen forderte er eine stärkere Beteiligung an technischen und politischen Diskussionen und betonte die Bedeutung einer detaillierten, evidenzbasierten Argumentation. „Diejenigen, die den vorherrschenden Ansätzen skeptisch gegenüberstehen, müssen sich intensiver und konsequenter in die Debatte einbringen, wenn sie hoffen, deren zukünftige Richtung zu beeinflussen.“
[*Das ist unverständlich: meines Wissens lehnt niemand den Klimawandel gänzlich ab! A. d. Übers.]
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Blog comments
Es wird in der Tat höchste…
Es wird in der Tat höchste Zeit, das das Klima-Geplapper bald zu Ende ist.
Da bin ich ganz einer Meinung mit Matt Ridley, den ich nicht kenne, kennen Sie ihn ? Wer kennt den überhaupt hier ?
Klima-Geplapper, das steht für den Teil der politischen Klimaideologie und deren vorpolitischem Raum (z.B.Klimaaktivisten , Strassenkleber), der unabhängig und zum Teil gegen die anerkannte Klimawissenschaft und deren Klimawissenschaftler, wie sie weltweit für das IPCC arbeiten, ihr eigenes Ding in der medialen und politischen Öffentlichkeit drehen.
Natürlich brauch die Klimawissenschaft auch politische Unterstützung.
Es handelt sich immerhin um Grundlagenwissenschaft , die auf dem freien Markt der gehandelten Güter und Dienstleistungen von sich aus nicht bestehen könnte.
Das gilt für alle Wissenschaft die über den unmittelbaren Nutzen weit hinaus geht. Auf dem freien Markt keine Chance, dennoch existenziell wichtig für den wahren Fortschritt.
Wir würden heute nicht weltweit miteinander kommunizieren und uns Flüge und Hotels wo auch immer auf der Welt buchen, hätten nicht Ingenieurwissenschaftler die Grundlagen dafür erarbeitet und zur Anwendungsreife gebracht, übrigens maßgebliche Innovationen dafür stammen aus Deutschland.
Normal ist auch das derartige Vordenker schon immer der Widerstand derer ins Gesicht blies, die auf dem Alten bestehen und beharren um alte Pfründe nicht zu verlieren. Der klassische Machtkampf David (Neu) gegen Goliath (Alt).
Das passiert gerade weltweit auf dem Energiesektor und seinem radikalen Wandel weg von seiner Fossil+Uran-Basis, der politisch über die Klimawissenschaft begründet wird. Nicht zwingend erforderlich, denn es gibt genügend andere ausreichende Argumente für diesen Wandel hin zur aktuellen Energiewende.
Die heutigen Gegner geben ja bereits scheibchenweise nach. Zuerst wurde schlicht alles bestritten, den Klimawandel selbst und desssen Zusammenhang zwischen CO2-Gehalt und der Erdmitteltemperatur.
Das ist Geschichte.
Die reine Korrelation über Millionen von Jahren ist überwältigend belegt und nachgewiesen. Sie lässt sich nicht mehr einfach abstreiten ("leugnen") ohne sich lächerlich zu machen, außer auf diversen Stammtischen wo andere Regeln gelten.
Es geht "nur" noch um den Streitpunkt der schnellen Temperaturänderung seit Beginn der Industralisierung und speziell seit den 90er Jahren.
Es geht "nur" noch um die mittlere Erderwärmung, die wir nicht direkt spüren, was wir spüren aber ist die zunehmende Tendenz zu Wetterextremen, aus denen sich rein rechnerisch eine Temperaturerhöhung ergibt. Rechner lügen nicht, dafür sind sie zu doof.
Aber verklickere das mal Lieschen Müller und ihrem Mann, der gerade auf dem Stammtisch hockt.
Mal gespannt wann Autor Matt Ridley, den ich nicht kenne, kennt den Jemand ?,
sich auch da was einfallen lässt, ja muß, um den Anschluss nicht gänzlich zu verlieren.
Wohl drohen Absturz und Verlust des Stammplatzes beim Stammtisch, ein hoher Preis.
Späte Einsicht ist immer noch besser als gar keine.
Wer macht den Vorreiter ?
Schönes Wochenende.
MfG, HPK
... und ich glaube, daß…
... und ich glaube, daß dieses "Klimageplapper" nur künstlich und in böser Absicht durch abhängige Politiker und Medien stattgefunden hat.
Immerhin dürfte es der globalistischen Klimamafia gelungen sein, bei mediengläubigen Menschen das sinnvolle Umweltbewußtsein in sinnloses Klimabewußtsein umzulenken.
Auch ein Ende dieses Vorgangs wird leider die absichtlich dadurch verursachten wirtschaftlichen Schäden nicht wieder gutmachen ...
Und auch die Profite der Initiatoren und die Entmündigung der Menschen in Energiefragen werden bleiben ...
Die Klimamafia wird…
Die Klimamafia wird weiterhin aktiv bleiben.
Kennen Sie Namen ?Wäre…
Kennen Sie Namen ?
Wäre interessant zu wissen, wen Sie meinen.
MFG, HPK
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