Damit wird der Weg für vorgezogene Parlamentswahlen frei, die voraussichtlich zwischen dem 8. September und dem 20. Oktober 2026 stattfinden sollen. Die regulären Wahlen waren ursprünglich für den 27. Oktober vorgesehen [siehe Bericht "Times of Israel"].
Zerfall der Koalition durch Streit um Wehrpflicht
Der entscheidende Auslöser für die aktuelle Entwicklung ist der anhaltende Konflikt um die Wehrpflicht für ultraorthodoxe Juden. Die ultraorthodoxen Parteien "United Torah Judaism" und "Shas" haben dem Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu das Vertrauen entzogen, weil es der Koalition nicht gelungen ist, ein Gesetz zur weitgehenden Befreiung von Haredi-Jeschiwa-Studenten vom Militärdienst durchzubringen.
Nachdem Netanjahu den ultraorthodoxen Partnern mitgeteilt hatte, dass keine Mehrheit für das umstrittene Vorhaben bestehe, kündigten die Haredi-Parteien an, für die Auflösung der Knesset zu stimmen. Die Regierungskoalition reagierte darauf mit einem eigenen Gesetzentwurf, um den Prozess und vor allem den Zeitplan selbst zu kontrollieren.
Politische Konsequenzen und Wahlkampfbeginn
Die Abstimmung markiert das faktische Ende der derzeitigen Regierungskoalition. Koalitionschef Ofir Katz erklärte nach der Abstimmung, die Regierung habe ihre vierjährige Amtszeit praktisch erfüllt. Gleichzeitig bleibt der genaue Wahltermin weiter offen. Ultraorthodoxe Abgeordnete drängen auf einen frühen Termin im September, während Netanjahu offenbar einen späteren Termin im Oktober bevorzugt, um die Chancen des rechten Lagers nicht zu gefährden.
Die Opposition wertet die Entwicklung als Chance für einen politischen Neuanfang. Oppositionsführer Yair Lapid sprach von einer der schlechtesten Regierungen in der Geschichte Israels und rief zur Einheit des oppositionellen Lagers auf. Umfragen deuten derzeit darauf hin, dass Netanjahus Likud und das rechte Lager deutliche Verluste hinnehmen müssten.
Nächste Schritte im Gesetzgebungsverfahren
Der Gesetzentwurf muss noch drei weitere Lesungen in der Knesset passieren. Bis zur Bildung einer neuen Knesset kann das alte Parlament allerdings weiter Gesetze verabschieden. Beobachter rechnen damit, dass die Koalition in den kommenden Wochen noch versucht, wichtige Vorhaben durchzubringen, darunter umstrittene Regelungen zu Medien und Justiz.Israel steht damit vor einer intensiven Wahlkampfphase inmitten anhaltender Sicherheitsherausforderungen.
Die Wahlen zur 26. Knesset werden die erste Abstimmung seit den Ereignissen des 7. Oktober 2023 und den darauffolgenden Kriegen darstellen und könnten eine deutliche Verschiebung der politischen Kräfteverhältnisse bringen.


Kommentare
DAS hat Netanjahu ....
DAS hat Netanjahu wahrscheinlich umgehauen, denn er soll ja angeblich im Krankenhaus liegen.
Wahrscheinlich hat er nun seine Verhaftung vor Augen, die stattfinden könnte, wenn er nicht mehr Ministerpräsident von Israel wäre, was sehr wahrscheinlich ist.
... „In einer überraschend…
... „In einer überraschend deutlichen Abstimmung hat die israelische Knesset am frühen Dienstagmorgen mit 106 zu 0 Stimmen den ersten Lesung eines Gesetzentwurfs zur Selbstauflösung angenommen.“ ...
Würde das nicht auch dem Bundesstag https://www.youtube.com/watch?v=LnYSDpVhR3c und dem Parlament Sachsens sehr gut zu Gesicht stehen???https://www.youtube.com/watch?v=LALTkjHg5pw
Die Regierung in Israel…
Die Regierung in Israel bereitet sich für einen KRIEG gegen die TÜRKEI UND ÄGYPTEN vor, berichtet der frühere US-Botschafter in Moskau CHAS FREEMAN:
Chas Freeman: Israel bereitet sich jetzt auf Krieg mit Ägypten und der Türkei vor
Ich denke es wird Zeit dass…
Ich denke es wird Zeit dass er geht. Aber leider gibt es bei denen noch viel schlimmere.
Neuwahlen in Oktober
Waren sowieso vorgesehen zum Oktober 2026, da 4 Jahres-Periode um. Von daher nichts neues. Das Problem mit der Befreiung von der Wehrpflicht der nicht-zionistischen Charedim lag nicht an Netanyahu sondern an der von der Vorgänger-Regierung berufenen Generalstaatsanwältin. Leider wurde ihre Entlassung von dem von der Knesset nicht legitimiertem Obersten Gericht blockiert, in dem vor allem Linke sitzen.
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