Der Überschuss sackte sogar um fast neun Zehntel auf 123 Millionen Euro ab – auch weil im Vorjahr ein einmaliger Steuereffekt den Vergleichswert aufgebläht hatte. Die Zahlen lagen unter den ohnehin vorsichtigen Erwartungen der Analysten. An den Börsen reagierte das Papier prompt mit einem deutlichen Kursrückgang.
Von klaren Ambitionen zu einer Bandbreite voller Unsicherheit
Noch vor wenigen Wochen hatte Konzernchef Carsten Spohr angekündigt, den Vorjahresgewinn von 1,96 Milliarden Euro trotz stark gestiegener Treibstoffkosten klar zu übertreffen. Nun lautet die Prognose für das laufende Jahr nur noch 1,7 bis 2,2 Milliarden Euro. Damit ist ein Rückgang plötzlich nicht mehr ausgeschlossen, sondern Teil des offiziellen Szenarios. Wer aus dieser Spanne Optimismus herauslesen will, muss schon sehr bemüht interpretieren.
Energie als unkalkulierbarer Risikofaktor
Die Gründe liegen auf der Hand, werden aber selten in ihrem Zusammenspiel betrachtet. Der Konflikt mit dem Iran hat die Kerosinpreise nach oben getrieben. Für eine Fluggesellschaft ist Treibstoff kein Nebenposten, sondern der entscheidende Kostenblock. In einer Welt anhaltender geopolitischer Spannungen wird Energie zu einem Glücksspiel, das Planbarkeit und Margen gleichermaßen untergräbt.
Arbeitskampf trifft auf strukturelle Neuordnung
Zusätzlich belasten Streiks von Piloten und Kabinenpersonal den Betrieb der deutschen Kerngesellschaft. Im Kern geht es um die Sicherung von Arbeitsplätzen, die seit Jahren unter Kostendruck stehen. Das Management plant, Flugzeuge und damit Beschäftigung in kostengünstigere Tochtergesellschaften zu verlagern. Mitten in diese Auseinandersetzung fiel das Aus für die Regionaltochter Lufthansa Cityline: rund 1.300 Beschäftigte sind betroffen, zahlreiche Strecken gelten wegen der hohen Kerosinpreise als unrentabel. Bis Oktober entfallen etwa 20.000 Flüge.
Standort Deutschland unter Druck
Hier zeichnet sich ein klares Muster ab: Der Luftfahrtstandort Deutschland wird schrittweise ausgedünnt. Hohe Standortkosten, die Luftverkehrsteuer, Gebühren und klimapolitische Auflagen sind keine Naturgewalten, sondern Ergebnis politischer Entscheidungen. Wer jahrelang zusätzliche Belastungen als notwendigen Wandel verkauft, darf sich nicht wundern, wenn Kapazitäten und Arbeitsplätze dorthin wandern, wo die Rahmenbedingungen weniger belastend sind.


Kommentare
Man atme auf. Immerhin haben…
Man atme auf.
Immerhin haben Sie die aktuelle Energiekrise mit ihren hohen Treibstoffkosten mal nicht der deutschen Energiewende in die Schuhe geschoben, wie es hier auf FW ja permanent geschieht.
Es hätte auch nicht nur keinen Sinn ergeben, es wäre von vorn herein eine Falschinformation gewesen, leicht nach zu weisen und somit ein deutlicher Beleg für Unglaubwürdigkeit.
Hätte. Wäre.
Da hat irgend einer im letzten Moment dann doch noch die Reißleine gezogen um diesen Fehler zu unterlassen.
Vielen Dank.
In Wirklichkeit ist es genau umgekehrt.
Die Energiewende beschert uns energiepolitische Unabhängigeit, nicht im absoluten Sinne, in irgend einer Abhängigkeit stehen wir immer als rohsoffarmes Exportland. Aber wir werden mit jeder neuen TWh aus Erneuerbaren energiepolitisch unabhängiger von den Importen fossiler Primärenergien von weit her, z.B. Australien, Kolumbien, OPEC Staaten, LNG aus USA usw.
Unabhängigkeit ist aber auch ein Synonym für : Freiheit.
Freiheit allgemein, im speziellen Entscheidungsfreiheit, Handlungsfreiheit, durch die Fülle an individuellen Beteiligungsnäglichkeiten an der Energiewende auch Gedankenfreiheit, vom städtischen Mieter bis zum Häuslebauer auf dem Land, Optionen dies es vorher nicht gegeben hat, usw.
Genau dafür steht die Energiewende eben auch:
Freiheit.
Dazu kommen Ressourcenschutz, Umweltschutz, Klimaschutz, usw.
Ob wenigstend damit: Freiheit! Teile der AfD und ihres Wähler-Milieus etwas anfangen können ?
MfG, HPK
... „Es gibt Jahrestage, die…
... „Es gibt Jahrestage, die besser unbemerkt vorübergehen. Kaum war die Erinnerung an hundert Jahre Unternehmensgeschichte mit Feierreden und historischem Rückblick abgehakt, folgte die ernüchternde Gegenwart. Im zweiten Quartal brach der bereinigte operative Gewinn um mehr als die Hälfte auf 383 Millionen Euro ein.“ ...
Wer aber trägt die Schuld dafür?
Putin, weil er samt seinen Russen zunächst noch göttlich(?) erzogen werden muss - und Trump, da der Bundesregierung für Unerziehbare die Pädagogen fehlen???
Auch die deutsche Lufthansa ....
Auch die deutsche Lufthansa wird, genau wie die deutsche Autoindustrie, bald Geschichte sein, weil die von den Regierenden und den gesamten linksgrünen Politikern begangene und immer weiter begehende wirtschaftliche Zerstörung keine Branche auslässt, auslassen kann - allein schon wegen der extremen Energiekosten. Und da die gesamten wirtschaftlichen Unternehmen von Beginn an diese verheerende, zerstörerische Politik mitgemacht und mitgetragen haben, müssen und "dürfen" sie nun alle selbst die Folgen, ihre Untergangsfolgen tragen.
https://www.freiewelt.net/de/artikel/redaktion-mk/konflikte/es-i
jetzt fliegen wir nur noch mit Flug-Taxi /Bär) von City zu City. Andere Städte im Ausland interessieren nicht mehr, verkaufen nur noch Rüben. . Gut wenn man eine Cessna noch hat, Fritzl hat vorgesorgt.......
Wie sieht das denn im…
Wie sieht das denn im internationalen Vergleich aus? Wie stehen denn z. B. die US Fluglinien da?
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