Ein Entwurf aus dem Bundesfinanzministerium von Lars Klingbeil rechnet für 2028 mit etwa 1,215 Milliarden Euro. Die Abgabe ist gestaffelt: 26 Cent je Liter ab fünf Gramm Zucker auf 100 Milliliter, 32 Cent ab sieben Gramm und 38 Cent ab zehn Gramm. Das Ministerium geht selbst davon aus, dass die Hersteller die Belastung weiterreichen. Wer im Supermarkt zum Mehrpack greift, finanziert damit unmittelbar den Haushalt.
Gesundheit als Begründung, um den Schulden-Haushalt zu sanieren
Offiziell soll die Abgabe weitere Beitragserhöhungen in der gesetzlichen Krankenversicherung abfedern. Intern klingt die Zielsetzung klarer: Die Steuer sei sehr stark haushaltsgetrieben und dürfe gern mehr einbringen, keinesfalls aber weniger. Wer Menschen tatsächlich vom Zucker abbringen wollte, müsste mit sinkenden Einnahmen rechnen. Eingeplant ist das Gegenteil. Für Beobachter fügt sich das in ein Muster, bei dem neue Schulden und Sondervermögen leichter fallen als Einsparungen.
Neuer Stellenaufwuchs bei Behörden ist schon fest eingeplant
Eine Regierung, die Bürokratieabbau verspricht, schafft hier zusätzliche Verwaltung. Für Erhebung und Kontrolle sind 223 neue Stellen vorgesehen, davon 200 beim Zoll und 23 beim IT-Dienstleister des Bundes. Bis 2029 werden die Kosten auf rund 89 Millionen Euro geschätzt. Den Aufwand für die Wirtschaft beziffert der Entwurf auf 2,3 Millionen Euro im Jahr. Verbände rechnen dagegen mit Zusatzkosten in dreistelliger Millionenhöhe. Die Zollgewerkschaft warnt, die nötige Technik werde nicht rechtzeitig stehen; in den ersten Monaten drohe dann ein Verfahren auf Papier.
Wie BILD vorrechnet, soll die Steuer drei Stufen beinhalten:
26 Cent je Liter ab fünf Gramm Zucker pro 100 Milliliter
32 Cent je Liter ab sieben Gramm
38 Cent je Liter ab zehn Gramm
Der zuständige Bürokratieminister blieb außen vor
Karsten Wildberger, zuständig für Digitalisierung und Bürokratieabbau, war an dem Entwurf nicht beteiligt. Intern wurde das aus dem Ernährungsministerium als Unverschämtheit bezeichnet.
Die Branche kritisiert Griff in die Taschen der Schwächeren
Die Getränkeindustrie reagiert scharf. Christoph Minhoff vom Lebensmittelverband wirft dem Finanzminister vor, Menschen mit geringem Einkommen zur Kasse zu bitten, um eigene Versäumnisse beim Sparen zu überdecken. Auch der Brauer-Bund und die Wirtschaftsvereinigung Alkoholfreie Getränke erwarten höhere Preise. Verbrauchsteuern treffen Geringverdiener und Familien anteilig stärker, weil diese einen größeren Teil ihres Einkommens für Lebensmittel und Getränke aufwenden.
Ob der Bundestag überhaupt zustimmt, bleibt offen
Der Entwurf wird noch mit den anderen Ministerien und den Ländern abgestimmt. Vor allem in der Union gibt es Widerstand. Hessens Ministerpräsident Boris Rhein lehnt das Vorhaben als Teuer-Steuer auf Lebensmittel und Getränke ab, die bei ohnehin hohen Lebenshaltungskosten eine zusätzliche Belastung darstelle. Formal handelt es sich um eine neue Bundesverbrauchsteuer. Der Bundesrat kann das Gesetz daher blockieren. Ob es in dieser Form kommt, ist nicht entschieden.


Kommentare
1,2 Milliarden Mehreinnahmen…
1,2 Milliarden Mehreinnahmen ? - Für Panzer, Jagsflieger und sonstiges alllerlei Kriegsgerät. Gell. Und: Freue Dich, Deutscher Michel.
Beim Stern heißt es…
Beim Stern heißt es allerdings: "Kanzleramt stoppt vorläufig(!) Klingbeils Zuckersteuer".
Und was ist wenn der…
Und was ist wenn der Hersteller ein 5 Gramm Tütchen mit Zucker an die Flasche hängt oder in den Deckel integriert, sodaß es sich öffnet sobald man den Verschluß dreht?
Was ist mit reinem Zucker?
10 Gramm = 0,38€
1 Kilogramm = 38,00€ Steuern zuzüglich
Producktpreis 1,50€
Zusammen 39,50€
zzgl Mwst 2,77€
Endpreis für 1 Kilo Zucker: 42,27€
Das will ich sehen!
Auf der anderen Seite...
Etliche Leute verlieren ihr blasses und schwammiges Erscheinungsbild, gewinnen an Muskelkraft, Konzentrationskraft, die Nerven freuen sich, die Kinder legen ihre Hyperaktivität ab, haben bessere Zahngesundheit und vieles mehr.
Damit lässt sich die Veruntreuung der Krankenkassenbeiträge sehr gut abfedern, sodaß man die Gelder weiterhin zweckentfremden / verschenken kann.
Dann aber bitte generell auf ALLE Raffineriezuckerhaltigen Produkte und Raffineriezucker selbst bitte, damit es sich auch wirklich lohnt, denn Zucker ist für viele Menschen eine Droge.
Dann hat es wenigstens etwas Gutes und nicht nur so etwas GIERIGES und UNVERSCHÄMTES!
Zucker ist doch ein…
Zucker ist doch ein Grundnahrungsmittel - genauso wie Salz oder Gewürze zum Beispiel auch ! 👀
Unsere Bundesregierung macht es potentiellen Bundeswehrrekruten z. B. immmmer schwieriger ihr Land verteidigen zu wollen... !
Beim besten Willen, ich…
Beim besten Willen, ich könnte es garnicht mehr. Im Moment würde ich Zimmer, Betten und Wohnungen für potentielle Befreiungsarmeen frei halten.
Wie das ein Bundesarmist gegenwärtig noch vor sich rechtfertigt wird mir wohl immer schleierhaft bleiben.
Ich will mein Land zurück!
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