Während die Arbeitslosigkeit in Europa steigt

Brüssel schickt Millionen für Arbeitsplätze von Frauen außerhalb der EU

Die Europäische Kommission will die Schaffung von einer halben Million Arbeitsplätzen für Frauen im Nahen Osten und in Nordafrika unterstützen. Dafür stellt sie 10 Millionen Euro aus EU-Mitteln bereit. Gleichzeitig sind in der Europäischen Union mehr als 13,5 Millionen Menschen arbeitslos, und ihre Zahl ist innerhalb eines Jahres um fast 300.000 gestiegen. Brüssel zeigt damit einmal mehr, dass es Geld europäischer Steuerzahler weit außerhalb der EU verteilen kann – während die Probleme im eigenen Haus wachsen.

Zehn Millionen Euro aus europäischen Mitteln


Die Europäische Kommission hat eine neue Initiative vorgestellt, die bis 2030 helfen soll, 500.000 Arbeitsplätze für Frauen im Nahen Osten und in Nordafrika zu schaffen.

Das Programm trägt den Namen Surging Women’s Employment Initiative und soll insgesamt 25 Millionen Euro mobilisieren. Die Europäische Union selbst steuert 10 Millionen Euro bei. Ziel ist es, die Beschäftigung von Frauen in der Region bis 2030 um fünf Prozent zu erhöhen.

Die Initiative wurde von EU-Mittelmeerkommissarin Dubravka Šuica bei einer gemeinsam mit UN Women organisierten Veranstaltung in New York vorgestellt. Die Kommission begründet das Projekt damit, dass die Erwerbsbeteiligung von Frauen im Nahen Osten und in Nordafrika seit Jahren sehr niedrig ist und bei etwa 20 Prozent liegt.

10 Millionen Euro aus europäischen Mitteln

Auf dem Papier klingt das zunächst nobel. Brüssel will Frauen beim Einstieg in den Arbeitsmarkt unterstützen, ihre wirtschaftliche Unabhängigkeit stärken, Unternehmertum fördern und Bildungsangebote ausbauen.

Doch es gibt einen unangenehmen Punkt: Das Geld stammt auch aus den Taschen europäischer Steuerzahler. Und während die Europäische Kommission neue Beschäftigungschancen für Frauen außerhalb der EU fördern will, entwickelt sich der europäische Arbeitsmarkt keineswegs problemlos.

Nach Angaben von Eurostat waren im Juli 2026 in der Europäischen Union rund 13,516 Millionen Menschen arbeitslos. Gegenüber Juli 2025 stieg ihre Zahl um 296.000. Die Arbeitslosenquote in der EU lag bei 6,1 Prozent, ein Jahr zuvor waren es 6,0 Prozent.

Millionen Europäer ohne Arbeit

Noch deutlicher wird die Lage beim Blick auf junge Menschen. Im Juli 2026 waren in der EU rund 2,93 Millionen Menschen unter 25 Jahren arbeitslos. Die Jugendarbeitslosenquote lag bei 15,1 Prozent. Gegenüber dem Vormonat sank sie zwar leicht, im Jahresvergleich stieg die Zahl arbeitsloser junger Menschen jedoch um weitere 29.000.

Auch Frauen innerhalb der Europäischen Union sind stärker von Arbeitslosigkeit betroffen als Männer.
Die Arbeitslosenquote der Frauen lag im Juli bei 6,3 Prozent, bei Männern waren es 5,9 Prozent. 
Und genau in dieser Situation kündigt die Europäische Kommission ein neues Beschäftigungsprogramm für Frauen an – allerdings nicht primär innerhalb der Europäischen Union.
Sondern im Nahen Osten und in Nordafrika.

Eine halbe Million Arbeitsplätze für 25 Millionen Euro?

Auch die Konstruktion des Programms fällt auf. Insgesamt sollen 25 Millionen Euro mobilisiert werden, um die Schaffung von 500.000 Arbeitsplätzen zu unterstützen. Eine einfache Rechnung ergibt rund 50 Euro pro angekündigtem Arbeitsplatz. Auf den EU-Anteil von zehn Millionen Euro heruntergerechnet sind es sogar nur 20 Euro pro Arbeitsplatz.

Daraus wird deutlich: Brüssel finanziert diese Arbeitsplätze nicht direkt. Das Geld soll vielmehr in Schulungen, Unternehmensförderung, Arbeitsmarktreformen und weitere Maßnahmen fließen, die anschließend Beschäftigung schaffen sollen. Deshalb ist es wichtig, zwischen der politischen Botschaft von „500.000 Arbeitsplätzen“ und dem tatsächlichen Mechanismus des Programms zu unterscheiden.

Brüssel verspricht, ihre Entstehung zu unterstützen. Es bedeutet nicht, dass mit 25 Millionen Euro direkt eine halbe Million Stellen geschaffen werden. Und was ist mit den arbeitslosen Europäern?

Politisch stellt sich jedoch eine andere Frage.

Die Europäische Union hat eigene Arbeitslose.
Sie hat Millionen junge Menschen ohne Beschäftigung.
Sie hat Regionen mit chronisch hoher Arbeitslosigkeit.
Und gleichzeitig finanziert sie Arbeitsmarktprogramme außerhalb ihres eigenen Gebiets.

Brussels Signal verweist unter anderem auf die hohe Jugendarbeitslosigkeit in Schweden und Spanien sowie auf hohe allgemeine Arbeitslosenquoten in Finnland und Spanien. Aus Sicht der Europäischen Kommission ist das Programm Teil einer umfassenderen Außen-, Entwicklungs- und Mittelmeerpolitik.

Aus Sicht europäischer Steuerzahler drängt sich dagegen eine wesentlich einfachere Frage auf:
Warum verwendet Brüssel europäisches Geld zur Förderung von Arbeitsplätzen außerhalb der EU, während die Zahl der Arbeitslosen innerhalb der Union gleichzeitig steigt?

Brüssel will das „Potenzial“ der Region erschließen

EU-Kommissarin Šuica präsentierte das Projekt als Investition in wirtschaftliches Wachstum und Wohlstand. Nach Ansicht der Kommission kann eine höhere Beschäftigung von Frauen in der Region erhebliche wirtschaftliche Effekte auslösen. Die Europäische Kommission verweist zudem auf Analysen, wonach das Schließen der Beschäftigungslücke zwischen Männern und Frauen in einigen Ländern des Nahen Ostens und Nordafrikas das Pro-Kopf-BIP deutlich erhöhen könnte.

Ökonomisch lässt sich dieses Argument nachvollziehen. Doch damit bleibt die Frage nach den politischen Prioritäten bestehen. Denn die EU verfügt nicht über unbegrenzte Mittel. Jeder Euro, der für ein bestimmtes Programm ausgegeben wird, steht an anderer Stelle nicht zur Verfügung.
Und in einer Zeit, in der europäische Regierungen ihren Bürgern Sparzwänge, höhere Verteidigungsausgaben, Energiewende und Haushaltskonsolidierung erklären, wirken zusätzliche Millionen für Projekte außerhalb Europas zumindest erklärungsbedürftig.

Es geht nicht um ein einzelnes Projekt

Die neue Initiative steht zudem nicht allein. Die Europäische Union finanziert bereits weitere Programme zur wirtschaftlichen Förderung von Frauen und zur Unterstützung sozialer Unternehmen in Nordafrika und im Nahen Osten. Brussels Signal verweist etwa auf weitere Projekte zur Verbesserung des Zugangs von Frauen zu Finanzmitteln sowie zur Förderung sozialer Unternehmen.

Das zeigt: Es handelt sich nicht um eine einmalige Hilfe. Es ist Teil einer langfristigen EU-Politik, die europäische öffentliche Mittel auch für wirtschaftliche und soziale Veränderungen in Nachbarregionen einsetzt.

Das europäische Paradox

Der Kern der Sache ist daher nicht die Frage, ob Frauen in Nordafrika oder im Nahen Osten die Chance erhalten sollten zu arbeiten. Natürlich sollten sie das. Die eigentliche Frage lautet, wer diese Programme finanzieren soll und welche Prioritäten die Europäische Union gegenüber ihren eigenen Bürgern setzen muss.

Im Juli 2026 waren in der EU mehr als 13,5 Millionen Menschen ohne Arbeit. Innerhalb eines Jahres stieg ihre Zahl um fast 300.000. Trotzdem stellt Brüssel gerade jetzt weitere 10 Millionen Euro europäischer Mittel für ein Beschäftigungsprogramm außerhalb der EU bereit.

Dieser Kontrast ist schwer zu übersehen

Europäer zahlen Steuern in der EU. Die Arbeitslosigkeit steigt in der EU. Doch ein Teil des Geldes aus Brüssel soll Arbeitsplätze Tausende Kilometer außerhalb ihrer Grenzen fördern.

Sven von Storch

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Kommentare

Eine Entwicklungshilfe in diesem bescheidenen Rahmen ist jedenfalls sinnvoller als Millionen von Wohlstandsflüchtigen im eigenen Land rundumzuversorgen oder den Krieg der Ukraine zu finanzieren! 

Schluss mit jedweden Zahlungen an irgendwelche Wohlstandsflüchtlinge und linken Faulbrut im eigenen Land oder Zahlungen nach irgendwo in dieser Welt. Dafür ein ordentlicher Grenzschutz, der Invasoren 100% abwehrt und eine Polizei, die der linken Fraulbrut das Wort "Arbeit" einprägt. Dann bleibt das Geld bei den Leuten, die es hier wirklich erarbeiten.

Ekkehardt Fritz Beyer

02.10.2026 | 10:43

...  „Gleichzeitig sind in der Europäischen Union mehr als 13,5 Millionen Menschen arbeitslos, und ihre Zahl ist innerhalb eines Jahres um fast 300.000 gestiegen. Brüssel zeigt damit einmal mehr, dass es Geld europäischer Steuerzahler weit außerhalb der EU verteilen kann – während die Probleme im eigenen Haus wachsen.“ ...

Was für dieses v.d.L. Uschi jedoch absolut kein Problem darstellt, weil sie/es die ihr(?) Volk(?) so umsorgende(?) Bundesregierung Deutschlands in der Rückhand hat??? 

https://www.iwkoeln.de/studien/berthold-busch-bjoern-kauder-samina-sultan-nettozahler-und-nettoempfaenger-in-der-eu.html 

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